Archive for Mai 2013

Crew Call

31. Mai 2013

Riiing

Was ist das für ein Lärm?

Riiing

Scheisse, ich will schlafen.

Riiing

Telefon? Warum kreischt das verdammte Telefon?

Riiing

Ja, ja! Wo ist der Lichtschalter? Wo ist das beschissene Telefon? Wo bin ich?

Riiing

Bumm. Das war das Wasserglas! Ah, hier ist das Telefon. „Hello?“

Riiing

Herrgott was soll das?! Falsches Telefon… Stand nicht auf dem Schreibtisch noch ein zweites? Bumm. Autsch! Das war mein grosser Zeh, du Scheisskante. Wo ist der Lichtschalter?! Ah hier! Und da ist ja auch das vermaledeite Telefon! „Hello?“

„Good morning…“

„Morning!“ – Was zum Teufel soll daran gut sein?

„…this is the automatic wakeup call you requested…”

Bumm. Der Hörer fliegt auf die Gabel. „Scheiss-Automat!“ Und verlangt habe ich bestimmt nichts derartiges, geschweige denn “requested“!

Da ich nun schon mal wach bin, geht es ab unter die Dusche. Warmes Wasser? Fehlanzeige.

Plätscher

Ich glaube nun wird es etwas wärmer. Oder nicht? Nein!

Plätscher. Riiing

Hä? Ich stehe unter der Dusche – oder zumindest drin.

Riiing

Und meine Füsse sind nass!

Riiing

Ja, ist ja gut! Wasser aus. Nein halt! Wasser an, so ist es vielleicht warm wenn ich zurück komme.

Riiing

Ich hab‘s gehört! Wo ist das Handtuch?

Riiing

Dann lass ich es halt bleiben. Spurt zum Schreibtisch. „Hello?“

Tüüüt

Grrr. Aufgelegt. Also der nassen Fussspur folgend, zurück unter die Dusche.

Plätscher

Ah mittlerweile ist’s wirklich warm. Herrlich! Haare einseifen.

Plätscher. Riiing

Hä? Das ist nun aber nicht Euer ernst, oder?

Riiing

SPORDEC – Nein bestimmt nicht!

Riiing

Leck mich.

Riiing

Shampoo runterwaschen

Riiing

Haare zum zweiten Mal einseifen.

Riiing

Und wieder runterwaschen…

Ha! Er hat‘s gemerkt. Also in Ruhe fertig duschen. Wo war nun schon wieder das Handtuch?

Riiing

Wie jetzt?

Riiing

Aber nicht im Ernst!

Riiing

Soll ich?

Riiing

Ja, ja!

Riiing

Spurt zum Schreibtisch.

Riiing

„Hello?“

Tüüüt

Wutschnaubend warte ich neben dem Telefon: Ruhe. Nach ein paar Minuten geht es zurück ins Bad. Rasierzeug hervornehmen, Stoppelbart einschäumen.

Riiing

Himmelherrgottsack nomal!

Riiing

Der Weg zum Schreibtisch ist mittlerweile nicht nur klitschnass, sondern richtig ausgetreten.

Riiing

Jaaaa, ich komme!

Riiing

„Hello?“

„Good morning Sir, I’m just checking whether you received your automatic wakeup call?“

„Yes, Gopferdammi“

„I beg your pardon?”

Durchatmen! “Yes, thank you.”

„I wish you a pleasant day”

Bumm. Der Hörer fliegt auf die Gabel. „Du mich auch!”

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Nearmiss beim Kolosseum

26. Mai 2013

Da die Fotos aus Moskau mittlerweile entwickelt waren und damit es nicht wieder heisst ein Foto von oben beweise gar nichts, raffte ich mich in Rom auf und machte mich auf den Weg ins Zentrum der ewigen Stadt. Die Zeit war knapp bemessen und da die Crew Members, welche mich auf den Ausflug begleiteten, allesamt noch nie in Rom waren, mutierte ich zum Reiseführer.

Das Ganze begann beim Kolosseum wo ich schnellstmöglich die Flucht ergriff, als ich herausfand dass mein guter Freund Berlusconi dort in einer halben Stunde für eine Veranstaltung erwartet wurde. Ein gefährlicher „near miss”. Glück gehabt. Meine jungen, hübschen Begleiterinnen wären akut gefährdet gewesen…

 

So ging es zu Fuss auf das Kapitol…

 

…und von dort vorbei am genauso monumentalen, wie hässlichen Monumento Vittorio Emanuele II. Die Römer bezeichnen das ungeliebte Bauwerk wegen seiner Form verächtlich als „Schreibmaschine“.

 

Dann ging es an der Trajan Säule vorbei, durch verwinkelte Gassen weiter zur Fontana die Trevi und zur Spanischen Treppe.

 

  

Da die Deutschen statt dem Papst nur noch den Champions League Gewinner stellen, konnte ich meinen Copi davon überzeugen sich mit einem Blick auf den Vatikan aus der Ferne zu begnügen und so ging es direkt weiter zur Piazza Navona.

 

Nach einem gemütlichen Nachtessen auf dem Campo de´ Fiori ging es zurück ins Hotel am Flughafen, denn um 04:30 am nächsten Morgen war wieder Tagwacht…

Been there…

23. Mai 2013

Der Beweis, dass ich in Paris war…

Paris

One Night in Paris

22. Mai 2013

Was macht der bloggende Pilot während seinem ersten Paris Nightstop seit 5 Jahren? Eiffelturm? Champs-Élysées? Louvre? Sacré-Cœur? Moulin Rouge? Nos Ancêtres les Gaulois? Weit gefehlt! Er bearbeitet seine Fotos vom zweiten Moskau Nightstop innerhalb einer Woche. Auf vielseitigen Wunsch hin habe ich nämlich nochmals keine Mühen gescheut und bin in die Stadt gerattert um ein paar Fotos von der berühmten Moskauer U-Bahn zu schiessen.

Diesmal war ich natürlich besser vorbereitet. So hatte ich meinen Gehörschutz für die äusserst lärmige Fahrt dabei und, da ich den Weg bereits kannte, war ich während der Fahrt viel entspannter – mit der Konsequenz, dass ich mich prompt verfahren habe. Zum Glück navigiere ich in der Luft besser als unterirdisch…

Hier also ein paar hart erarbeitete Bilder aus der wohl schönsten U-Bahn der Welt:

  P1040514 P1040545

P1040546 P1040552

P1040554 P1040558

Natürlich war ich auch wieder am Roten Platz und beim Kreml.

 

 

Das nächste Mal werde ich allerdings versuchen die wirklich verrückten Dinge im Moskauer Untergrund zu finden…

  bolshoi theatre

Und falls er immer noch nicht sicher ist, ob es sich lohnt in die Stadt zu fahren, hier noch ein letztes Motivationsbild:

P1040544

 

Versöhnung mit Moskau

17. Mai 2013

Mein letzter Besuch im Zentrum von Moskau lag schon mehr als zehn Jahre zurück. Dieser Ausflug blieb mir aber in so schlechter Erinnerung, dass ich mir vornahm nie wieder in die Innenstadt zu fahren.

Damals wollte ich, während einer Ausbildungsrotation, einem Jungkopiloten den Roten Platz zeigen. Dazu kam es aber nicht, denn kaum aus dem Bus ausgestiegen, musste ich mich eine halbe Stunde gegen einen korrupten Militärpolizisten wehren, der uns wegen angeblich fehlender Visa büssen wollte. Obwohl wir sämtliche benötigten Papiere mit uns führten, wollte er uns unbedingt auf einen Polizeiposten bringen. Erst als ich mich standhaft weigerte mich verhaften zu lassen und ihm mindestens hundert Mal erklärt hatte, dass wir als Airline Crew kein Visum benötigen, liess er uns mit der Frage „You Pilot? Go!“ ziehen. Leider folgte 200 Meter weiter sein Kollege und damit ging die Diskussion von vorne los, so dass wir am Schluss heilfroh waren gerade noch rechtzeitig zum Arbeitsbeginn zurück im Hotel zu sein…

Nun stand mein erster Moskau Nightstop als Jungkapitän auf dem Plan. Die Landung erfolgte zur vorgerückten Stunde morgens um 02:20 Uhr. Dafür hatte wir den ganzen folgenden Tag zur freien Verfügung. Was also tun? Im Hotel rumhängen oder den alten Vorsatz über den Haufen werfen und mit der U-Bahn in die Stadt fahren? Wer mich kennt, kennt auch die Antwort.

Zusammen mit drei charmanten Damen und einem Steward ratterte ich also mit der uralten U-Bahn eine halbe Stunde Richtung Roter Platz. Dort spulten wir zuerst das Standard-Touristenprogramm mit Rotem Platz und Kreml ab.

 

 

 

Danach ging es weiter in die Fussgängerzone der Old Arbat Strasse, wo wir den Nachmittag ausklingen liessen. Nach diesem gemütlichen Ausflug ohne korrupte Polizisten bin ich nun mit Moskau wieder versöhnt. Das ist wohl auch besser so, denn es wird wohl kaum mein letzter Moskau Nightstop gewesen sein…