Archive for Juli 2014

Summer Time

20. Juli 2014

Auch der heisseste Sommertag geht einmal zu Ende…

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…und am nächsten Tag zwingen Gewitterzellen nicht nur die Temperaturen zu einer Kursänderung.

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Hoffentlich hält nun nicht schon der Herbst Einzug…

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…und bringt Temperaturen wie im Hochgebirge,…

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..denn sonst müssten wir doch glatt irgendwo ans Mittelmeer auswandern.

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Back to Longhaul

12. Juli 2014

Ich sitze mit einer Matschbirne zu Hause und kämpfe gegen den Schlaf. Typisch für den ersten Tag nach einer Langstreckenrotation.

Am Anfang war es ja noch schön. Ein Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch, von blauviolett bis orange, begleitete uns auf unserem Weg. Danach umkurvten wir einige mächtige Gewitterzellen, die in der aufziehenden Dunkelheit mit ihren Blitzen eine eindrückliche „Lightshow“ hinlegten.

Nach diesem unterhaltsamen Einstieg war die Nacht aber vor Allem dunkel und scheinbar endlos lang. Erschwerend kam noch dazu, dass der Autothrust zwar funktionierte, der Autopilot aber partout nicht zugeschaltet werden konnte, weshalb wir die gesamte Strecke von Hand steuern  mussten. Ohne kurze Ruhephasen im Sitz, im Fachjargon „Organized Crew Rest“ genannt, wäre so eine Tortur gar nicht machbar und so war ich mächtig froh, dass ich mich, während ich kurz die Augen schloss, voll auf meine Copilotin verlassen konnte.

Auch unsere Passagiere fanden die Reise alles andere als erquickend und lamentierten die ganze Nacht über die mangelhafte Bordunterhaltung und die angeblich schlechte Bordverpflegung. Auch die immer wieder auftretenden Turbulenzen führten zu etlichen Reklamationen. Doch mit der Zeit war ich so müde, dass mir die ganze Quengelei ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei ging.

Nach zwölf Stunden Nachtschicht, nach zwölf Stunden voller Konzentration am Steuer, nach zwölf Stunden Passagiergemotze hatte ich nicht einmal mehr genug Kraft meinen Koffer aus dem Auto auszuladen. Ich bin total gerädert und brauche mindestens zwei Tage, bis ich mich wieder halbwegs menschlich fühle. Zum Glück habe ich nach der Rotation drei Tage frei, bevor es wieder weiterfliegt. Alles andere wäre ein Sicherheitsrisiko!

Aber was hat ein Kurzstrecken Kapitän überhaupt auf der Langstrecke zu suchen? Nun, das Ganze nennt sich Ferien und dient eigentlich der Erholung, aber nach 1362 Kilometern am Steuer von Süditalien nach Hause, brauche ich, trotz drei Wochen Layover am Strand, eigentlich gleich noch einmal Ferien…