Archive for August 2014

Apropos…

20. August 2014

…schöne Anflüge: Es gibt noch einen weiteren kontroversen Anflug auf den Flughafen Zürich – O.k. es gibt wohl überhaupt keine unumstrittene.

Ich spreche natürlich vom Anflug auf die Piste 28. Wenn dieser in Betrieb ist, wird normalerweise nach Norden auf der Piste 32 gestartet. Zur Entflechtung mit den Abflügen wird dann der Verkehr aus Westen südlich am Flugplatz vorbeigeführt, so dass man eine ungewöhnliche Sicht auf die Schweizer Voralpen und Alpen hat. Zum Beispiel auf den Ägerisee mit den Mythen und dem Tödi im Hintergrund:

Aegrisee mit Mythen und Tödi

Leider findet der Anflug meist zu vorgerückter Stunde statt und in der finsteren Nacht bleibt den bemitleidenswerten Piloten die Aussicht verwehrt. Natürlich wird die Piste 28 bei Westwind auch tagsüber angeflogen. Doch dann hängen die Wolken meist so tief, dass es wieder nichts wird mit der schönen Aussicht.

Letzte Woche aber fand ein solcher Westwind-Puster bei relativ hohen und aufgelockerten Wolken statt, so dass unter 3000 Meter tatsächlich der Blick auf den Boden und die Bergwelt frei wurde. Zudem hatte es, ganz im Gegensatz zum Endanflug, auf dieser Höhe trotz Starkwind keine Turbulenzen, so dass ich sogar einige Fotos knipsen konnte.

Anfänglich wurde der Blick auf die Ostschweizer Voralpen noch von Wolken getrübt…

Säntis und Rapperswil

…während im Gegenanflug der Blick auf den Flughafen Zürich schon frei war.

Downwind 28

Etwas tiefer wurde die Sicht dann immer besser…

Zuerichsee mit Alpstein und Churfirsten

…und schliesslich gab ein Wolkenloch sogar den Blick auf den als „Supermond“ bezeichneten grösstmöglichen Vollmond frei.

Alpstein und Churfirsten mit Supermond

Der Alpstein erstrahlte in den letzten Strahlen der Abendsonne,…

Alpstein in der Abendsonne

…während die Churfirsten unter dem Vollmond schon fast kitschig wirkten.

Churfirsten und Supermond

Auch wenn der darauf folgende Anflug in Arbeit ausartete, kann man doch wieder einmal sagen: Nur Fliegen ist schöner…

 

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Begegnung der dritten Art

3. August 2014

Schon wieder sitze ich mit einer Matschbirne zu Hause und kämpfe gegen den Schlaf. Wieder habe ich eine Freinacht hinter mir. Diesmal kämpfen in Zürich wohl einige mit demselben Problem, fand doch gestern die Streetparade mit anschliessenden dröhnenden Partys statt. Ich habe die Nacht aber im Flugzeug verbracht. Ohne Drogen und Alkohol fühle ich mich wohl besser als manch ein Partygänger, doch das ist ein schwacher Trost.

Nach vier erlebnisreichen Tagen mit einem Copiloten in der Streckeneinführung, hat mir die Einsatzplanung noch einen Nachtturnaround nach Porto beschert. Zwei Stunden Hinflug und zwei Stunden Rückflug. Dazwischen drei Stunden Bodenzeit, wovon eineinhalb Stunden Pause im stromlosen Flugzeug waren. Die Einzigen, die dabei schlafen konnten, waren meine Füsse. Der unbequemen Haltung im Cockpitstuhl sei Dank!

Der Hinflug begann, wegen zahlreicher über die Schweiz ziehender Gewitter, mit einem eindrücklichen Lichtspektakel. Danach wurde es ruhiger, bevor der Flug dann im Anflug auf Porto mit einem weiteren Lichtspektakel – diesmal der dritten Art – endete.

Als wir uns einer mit etwa 2000 Metern relativ tief liegenden Stratus-Wolkenschicht näherten, sahen wir in den Wolken zahlreiche Blitze. Da sowohl von Auge, als auch auf dem Radar, weit und breit keine Gewitterzellen zu sehen waren, vermuteten wir ein Feuerwerk am Boden als Ursache. Kurz danach durchflogen wir eine dünne Wolkenschicht und als wir diese in einer Zwischenschicht unterflogen, unter uns immer noch eine recht geschlossenen Wolkendecke, erschienen auf der Wolkenunterseite über uns plötzlich zwei parallele Lichtspuren aus kleinen weissen Rechtecken. Das Ganze sah aus wie Laserschüsse in einer Raumschlacht eines billigen Sciencefiction Films.

Raumschlacht

Da aber weder ich, noch mein Copi esoterisch angehaucht waren, vermuteten wir handfestere Gründe hinter den seltsamen Lichtern. Während mein Copi auf den Laser einer Diskothek tippte, vermutete ich eher eine seltsame Spiegelung unserer eigenen Strobelights an den über uns liegenden Wolken. Allerdings konnte keiner den anderen überzeugen und so bleibt das Ganze wohl für immer ein Rätsel…

Nach der oben erwähnten unbequemen Ruhepause und nachdem meine Füsse auch wieder wach waren traten wir den ausserordentlich ruhigen Rückflug an, welcher, wie so oft in meiner Langstreckenzeit, mit dem sogenannten Südanflug auf die Piste 34 in Zürich endete.

Allen Unkenrufen zum Trotz, kann ich diesem Anflug noch immer nichts Negatives abgewinnen, ist er doch selbst an einem trüben Sommermorgen unglaublich schön…

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