Archive for April 2012

Schöne Aussichten

19. April 2012

Wenn man sozusagen aus Berufung um die Welt jettet, dann logiert man auch in unzähligen Hotels, so dass der Pilot von heute automatisch zum Experten in Sachen Hotelzimmer wird. Da gibt es schicke, aber unpraktische, weniger schicke, aber nicht weniger unpraktische, unschicke aber praktische, sowie vereinzelt Besenkammern, die weder im entferntesten schick noch praktisch sind. Aber darum geht es hier eigentlich nicht…

Auch über die unzähligen Arten von Duschbatterien, die zu begreifen zuweilen einen Doktortitel bedingen, möchte ich hier nicht dozieren. Und schon gar nicht über die Vorteile von Parkett über Marmor und von Fliesen über hochflorige, schimmelnde, miefige Teppiche. Wie der Titel schon sagt, geht es hier vielmehr um die Aussicht aus dem Zimmer.

In den unzähligen Weltstädten, in denen wir verkehren gibt es natürlich immer wieder atemberaubende Szenerien beim Blick aus dem Fenster. Grandiose Skylines bei Tag oder Nacht, kitschige Sonnen Auf- oder Untergänge und verkehrsreiche Strassen sind nur einige Beispiele, die ich schon erleben durfte:

Oakland Bay Bridge

Cambridge Night Panorama

Bei diesen Vorgaben freute ich mich natürlich mächtig auf den Ausblick von unserem, nahe dem Empire State Building gelegenen Hotel in New York. Umso grösser war meine Überraschung, als ich erwartungsfroh die Vorhänge zurückzog!

Brick Wall

Nach dieser herben Enttäuschung blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Frust in der Rooftop Bar an der 230 Fifth in einem Glas Wein zu ertränken.

Als positiver Nebeneffekt kam ich dabei doch noch in den Genuss einer grandiosen Aussicht auf das Empire State Building.

Manhattan New York

Empire State Building

Photo addicts

13. April 2012

Wenn ich mit meinem Kollegen einen Flug eingebe, dann wird es regelmässig streng. Nicht unbedingt der Flug, aber der Aufenthalt. Dann kämpfen wir uns, schwer beladen mit Stativ, Kamera, Wechselobjektiven, sowie einer Unzahl von Filtern und anderem Zubehör, durch den Dschungel oder sonstiges Buschwerk, durch Bäche und unwegsames Gelände.

Natürlich war es auch diesmal in Hong Kong nicht anders. Da bis Mittag zäher Hochnebel prognostiziert wurde, suchten wir eine Route, die nicht allzu hoch auf die Peaks des Hinterlandes führte und entschieden uns schliesslich für jene Wanderung, welche ich im November bereits solo rekognosziert hatte – allerdings bei wesentlich humaneren Temperaturen und ohne die schwere Kameraausrüstung.

Bei angedrohten 28°C am Schatten und 100% Luftfeuchtigkeit machten wir uns in aller Herrgottsfrühe auf die zweistündige Anreise zu unserem Abmarschort. Dort angekommen stellten wir schnell fest, dass wir heute die ersten auf dem Trail waren, denn immer wenn der Pfad zwischen Büschen durchführte versperrte die filigrane Nachtarbeit tausender Spinnen unseren Weg, so dass wir uns in Indiana Jones Manier den Weg freihacken mussten. Allerdings mit einem Stock statt einer Machete bewaffnet, was wesentlich weniger martialisch aussah, aber ebenso effizient war.

Langsam hackend kämpften wir uns zur ersten Beach, wo die nächste Überraschung auf uns wartete. Wo sich im November noch ein knochentrockener Pfad erstreckte, breitete sich nun ein kleiner See aus, den man nicht umgehen konnte. Aus unserer Yosemite Erfahrung schöpfend, zögerten wir nicht lange und durchwateten die braune Sauce.

  

Leider lud das Wetter nicht gerade zum Fotografieren ein, was uns aber nicht davon abhielt ab und zu trotzdem auf den Auslöser zu drücken.

  

So konzentrierten wir uns auf die kleineren Highlights entlang unserem Weg und auf die kulinarischen Freuden an der bereits rekognoszierten Beach Bar.

  

Als etwa eine Stunde vor unserem Ziel das Wetter aufklarte, waren wir heilfroh, dass uns die Sonne nicht schon früher das Fotografieren erleichterte, denn die kurze Zeit reichte, dank der bereits mehrfach herausgeschwitzten Sonnencrème, problemlos für einen tüchtigen Sonnenbrand.

Frisch geduscht und mit neu benebeltem Himmel konnten wir am Abend dann doch noch Stativ und Kamera ausreizen und von einer Rooftop Bar und Kowloon aus Hong Kong Island in all seiner Pracht ablichten.