Archive for Februar 2012

Chasing the Sun

23. Februar 2012

Den längsten Sonnenuntergang erlebt, wer kurz vor unser Zentralgestirn hinter dem Horizont verschwindet startet und westwärts fliegt. Der optimale Flug für dieses Erlebnis ist unser Kurs nach Boston, der um 17:25 Uhr abhebt. Hier einige Impressionen vom Sunset über den Wolken des Nordatlantiks:

Nach dieser „Lightshow“ mussten wir kurz absinken um ein Wolkenband zu unterfliegen, in dem uns von voraus fliegenden Kollegen  schwere Turbulenzen gemeldet wurden.

Nach dem Passieren dieser Zone erkannte ich beim hinausspähen über dem Kondensstreifen einer höher fliegenden Lufthansa A340 die silberne Sichel des nur gerade 22 Stunden alten Mondes. Ein persönlicher Rekord für mich, den ich wohl nicht so schnell verbessern werde.

Die beleuchtete Fläche betrug nur 0.9% des gesamten Mondes. Noch während ich mich über meine Entdeckung freute, bemerkte ich links neben dem Mond den Planeten Merkur, ein ebenfalls nicht oft sichtbarer Gast.

Gleichzeitig funkelten weiter oben die Venus und Jupiter um die Wette. Wer findet die vier Himmelskörper im folgenden Foto?

Sushi statt Alligatoren

18. Februar 2012

„Grüezi Herr skypointer. Sagt ihnen A340 Recency etwas?“

Juhui, ich bin Telefonjoker in „Wer wird Millonär?“…

„Spricht da Herr Jauch?“ „Nein das Crew Reassigment“

Scheisse!

„Aha, `tschuldigung. Mit der A340 Recency habe ich aber kein Problem!“ „Wir müssen ihnen einen neuen Flug geben.“ „Wegen meiner A340 Recency? Damit habe ich, wie erwähnt, kein Problem.“ „Bei ihnen im Einsatz steht aber A340 Recency und deshalb gibt es einen neuen Flug.“ „Das kapier ich jetzt nicht, aber was gibt es denn für einen Flug?“ „Narita statt Miami“

Scheisse im Quadrat!

„Das sind aber beides A340 Flüge. Was hat das Ganze mit A340 Recency zu tun?“ „Da muss ich nachfragen.“

Pause. Leise Hoffnung keimt.

„Lack of staff“ „Ooookey. Und inwiefern hilft es, wenn ich nach Narita statt Miami fliege?“ „Moment bitte!“

Pause. Noch leisere Hoffnung keimt.

„Uns fehlen Cruise Enlarger.“ „Also hat es nichts mit meiner Recency zu tun!?!“ „Nein aber das steht in ihrem Einsatz“ „Schön. Stimmt aber nicht! Und jetzt muss ich umpacken. Trotzdem en schöne Abig no!“

T-Shirt, Shorts, Baseball Cap und Strandlatschen raus. Rollkragenpulli, Winterjacke, Schal und Mütze rein. Scheisse hoch Amerika! Oder vielleicht eher Japan. Wie auch immer. Noch kurz den Mietwagen abbestellen und drei oder vier Mal heftig fluchen. Langsam verabschiede ich mich geistig von den versprochenen 26°C, von den Florida Keys und dem versprochenen Vectoring durch das TWR Mädel bei meiner Rückkehr. Oh ja bei ihr muss ich mich auch noch abmelden. Nicht dass sie mit dem falschen Piloten flirtet…

Auf dem Hinflug wurden wir von einem Nordlicht verwöhnt. Nein der First Class Steward war nicht aus Hamburg, obwohl auch der uns verwöhnte. Das Nordlicht irrlichtete am Himmel über Sibirien.

 

Danach erkläre ich meinem Copi Kollegen und Tokyo Neuling, dass Narita eine total coole Destination ist. Hoppla. Ich kann Lügen ohne rot anzulaufen. Nach kurzem Nachschlafen geht es gemeinsam zu Fuss in den Starbucks in der Aeon Shoppingmall. Ein Grande Latte, der mit zwei Stunden Fussmarsch verdient wird. Ich liebe Japan!

Statt Lorelei Sunset Bar heisst es am Abend dann Barge Inn. Bier gibt es zum Glück auch hier. Girls und Aussicht aber fehlen. Dieses Manko kann nur mit mehr Bier kompensiert werden. Nach dem vierten Bier fällt der Entschluss anderntags in die Stadt zu fahren.

„Morgen skypointer. Hast Du das Erdbeben am Morgen um halb drei gespürt?“ „Hä? Erdbeben? Du hast gestern wohl zu viel gesoffen und dein Bett hat den Kreisel gemacht! Das hat aber nichts mit Erdbeben zu tun…“ Wie sich später rausstellen sollte, war das Beben aber real und mein Schlaf etwas zu (bier)seelig.

Das Sightseeing ging dann ohne grössere Erschütterungen vonstatten. Zugfahrt nach Ueno, Fussmarsch nach Asakusa, Tempel, Bootsfahrt zum Hinode Pier, Tempel, Tokyo Tower, Nudelsuppe, rechtzeitige Fahrt zurück um nicht das Nachtessen mit der Crew zu verpassen.

 

  

Mein persönliches Highlight auf diesem Trip war die Plakette auf der Aussichtsplattform des Tokyo Tower, die in Blindenschrift die Aussicht erklärte. Auch wer, wie ich, keine Ahnung von Blindenschrift hat, erkennt darauf problemlos Mt. Fuji.

 

Zudem konnte ich dem Kollegen Tokyo ein bisschen näher bringen, so dass er vielleicht nicht ganz so frustriert ist, wenn es einmal heissen sollte „Sie fliegen neu nach NRT statt nach MIA“…

Nachtrag:

Kaum wieder zu Hause schaltete ich am Abend den Fernseher ein. Das Schweizer Fernsehen zeigte „SF Unterwegs“ mit dem Thema Florida. Kurz stieg der Frust wieder in mir hoch, doch dann genoss ich die Sendung. Die Reise führte übrigens von Miami Beach nach Key West…

 

Der Anflug – Nachtrag

4. Februar 2012

Mein vorletzter Post handelte vom Anflug am frühen Morgen auf die Piste 34 in Zürich.

TWR Mädel hat bekanntlich auf ihrem Blog gezeigt, wie dieser Morgen aus ihrer Warte aussah.

Das wäre natürlich noch kein Grund die alte Geschichte nochmals aufzuwärmen. Mittlerweile hat mir aber ein frierender Fotograf namens Silvan Widler freundlicherweise einige Fotos zur Verfügung gestellt, die unseren Anflug aus seiner Sicht zeigen. Mit seiner Erlaubnis möchte ich Euch diese genialen Bilder nicht vorenthalten:

Wer noch mehr von Silvans fotographischer Arbeit, die auch sensationell schöne Naturaufnahmen umfasst, sehen möchte, dem kann ich seine Homepage www.widipix.ch und sein Flickr Account http://www.flickr.com/photos/68657767@N02/ wärmstens empfeheln!