Vom Winde verweht

Irgendwie versuche ich noch immer meine Sprachlosigkeit zu überwinden. Der Puster, der die letzten Tage über die Schweiz zog und mir zwei Anflüge in Zürich beschert haben, die durchaus als interessant zu bezeichnen sind, wäre eigentlich eine gute Gelegenheit zum Verfassen eines Posts zum Thema Anflug in Zürich bei Westwind Sturm.

Aber manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte:

Durchaus möglich, dass ich bei einem dieser Anflüge im Cockpit sass – auch wenn dabei mein Copi geflogen ist. Leider sieht man die Immatrikulation der Flieger nicht und der Film hat keinen Zeitstempel.

Also entweder war es genau so oder dann zum Verwechseln ähnlich…

Advertisements

11 Antworten to “Vom Winde verweht”

  1. MissG Says:

    Hallo Herr Skypointer, ich habe die letzten Tage sehr oft an Sie und allen anderen Piloten gedacht und angesichts des Videos möchte ich hiermit folgendes loswerden:

    Sie machen einen super Job!! Das muss einfach mal gesagt werden. Den machen Sie und Ihre Kollegen sowieso, aber bei solchen Windböen die Vögel sicher zu landen bedarf wirkliches Können.

    Es ist für mich eh wieder an der Zeit ein paar gemütliche Stunden am Flughafen zu verbringen – das x-mas Shopping ist schon eine Weile her und momentan ist es als Zuschauer besonders spannend. Vielleicht seh ich Sie ja…

    Vielen Dank!

  2. Simmer Says:

    Juhu endlich wieder ein Post. Waren Sie am Mittwoch Richtung Nizza unterwegs? Ich durfte am Morgen mit der A320 mitfliegen, am Abend ging es dann „leider“ mit einer Fokker heim.

  3. Gert Says:

    ein aufregender Film!!! und spricht für die Qualität der Piloten!!!!

    Mit den kleinen Fliegern hab ich immer den Flügel tiefer gegen den Wind gehalten um gerade an zu fliegen, geht so was mit den dicken Brummern auch?

    herzlichst

    Gert

    • skypointer Says:

      Bei der Landung wird die Nase auf die Pistenachse ausgerichtet und ein Driften auf die Downwind Seite durch hängen lassen des Upwind-Flügels verhindert. Sprich Seitenruder vom Wind weg und Querruder in den Wind. Decrab nennt sich das.

      Bei viel Querwind kann das nur noch teilweise gemacht werden, da sonst die Gefahr besteht mit der Flügelspitze oder dem Triebwerk den Boden zu berühren. Dann landet man mit etwas Drift. Ganz einfach…

      …oder auch nicht. Viel Wind heisst oft auch heftige Böen, welche das Flugzeug durchrütteln. In Zürich mit all den Hindernissen rund um den Flugplatz und den Gebäuden nördlich und südlich der Piste 28 geht es jeweils besonders turbulent zu und her.

      Deshalb gelingt das Ganze mal besser und mal schlechter und manchmal holpert es eben ein bisschen bei der Landung. 😉

  4. Richi Says:

    Da sind bestimmt einige flugangst-geplagte Leute mit drin gesessen:-( …bibber… tant pis…
    Mir hätte es einen Heidenspass gemacht; ist halt alles subjektiv. Wäre gerne mitgeflogen mit diesen ausgekochten windgeprüften Profis da vorne.

    Was auffällt: Der grosse A 330 Hobel / Schrubber kam stabiler, fast ungrührt rein. Die kleineren mangels Masse weniger stabil und wackliger.

    Wie ist das unter diesen Bedingungen? Ist die Landung dem Captain vorbehalten? Oder darf das der Copi?

    • skypointer Says:

      Vorschriften gibt es dazu keine, aber der Captain trägt letztlich die Verantwortung und so drängt es sich natärlich auf, dass er bei schwierigen Verhältnissen auch selber fliegt…

      …aber der Copi muss es ja auch mal lernen / üben. Sonst kann er es nie.

      Es gilt also abzuwägen. Erfahrungsstand des Copi, traut er sich die Landung zu, will er, Schwierigkeit der Verhältnisse, etc.

      Bei mir wollte und durfte der Copi landen. Selber Schuld ;-P

      Ich hatte dabei natürlich immer den Daumen auf dem Takeover Knopf um jederzeit übernehmen zu können, was aber nicht nötig war.

  5. Alex Says:

    Wow, spektakuläres Video, ich bin sogar sicher meine Landung (bzw. die meines Captains) entdeckt zu haben und einige der anderen Landungen habe ich selbst beim Turnaround beobachtet.

  6. Richi Says:

    …“aber der Copi muss es ja auch mal lernen / üben“…

    Da darf ich Dir aber einen fortschrittlichen Pädagogikstil attestieren;-)
    Als nach dem 2.Weltkrieg der Lufthansa erlaubt wurde, die Zivilfliegerei wieder aufzunehmen, waren es z.B. texanische Captains, die deutsche Copiloten auf den Super Constellations ausbildeten. „Don’t touch anything in this big aircraft, you will never learn to fly it, you son of a…!.“ ist z.B. überliefert von einem Copi aus diesen Zeiten. Danach folgten deutsche Kapitäne, als „Copilotenschinder“ verschrien, die sich allzugern des alten Wehrmachtsvokabulars bedienten. So à la: „Nehmen sie ihre dreckigen Füsse aus dem Seitensteuer; sie richten nur Schaden an!!“…:o(

    • skypointer Says:

      Allzugrosses Hierarchie-Gefälle ist erwiesenermassen eine nicht zu unterschätzende Gefahr in der Fliegerei.

      Zum Glück ist dies in unserer immer noch sehr „schweizerischen“ Cockpitkultur normalerweise kein Problem – was nicht heisst, dass SWISS Kapitäne nicht den Chef markieren können, falls nötig. Aber generell ist der Umgang sehr kollegial und von gegenseitigem Respekt geprägt.

  7. Severin Says:

    da könnte man ja stundenlang zuschauen 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: