Möglichst billig?

Etwas Weiterbildung zum Thema Billigflieger gefällig? Dann empfehle ich den folgenden NDR Beitrag:

http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/auto_verkehr/billigflieger115.html

Wer weitere Informationen zum Thema sucht, kann sich auch beim von Ryanair nicht anerkannten Pilotenverband orientieren:

https://www.ryanairpilotgroup.com/index2.php

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21 Antworten to “Möglichst billig?”

  1. Richi Says:

    Kann man Dich buchen?
    Ich würde einen Aufpreis bezahlen, dafür, Dich am Steuer zu haben;-)

    Im Ernst:
    Die Entwicklung, hin zu billiger, und noch billiger zu fliegen, nimmt bedenkliche Züge an.

  2. GEMAIR Says:

    Auf mich wirkt der Film nicht seriös objektiv. Die gezeigten mitleiderregenden panische Pax nach dem go-around haben keinen Bezug zu dem späteren Squawk 7700 am Alternate… vermutlich werden die Fluggäste den mayday auch gar nicht mitbekommen haben.

    Wäre natürlich interessant von skypointer zu hören was er anders gemacht hätte? Nach Aussagen von anderen Piloten war das Unwetter über MAD damals so nicht im TAF angekündigt und auch nicht erkennbar. Nach dem go-around und nach den MAD-Holdings, in denen wohl der Contingency Fuel aufgebraucht wurde, hatten sie noch genug Alternate-Fuel für die Strecke nach VLC… und dann nach der VLC-Landung noch 30 min Finale-Fuel, eine war glaube ich etwas unter den 30 min nach der Landung. Als fluginteressierter Laie würde mich natürlich interessieren wie viel Finale-Fuel nach den MAD-Holdings und dem Alternate über VLC, skypointer noch im Tank gehabt hätte… wie lange er noch in VLC-Holdings hätte bleiben können ohne die 30 min Finale anzutasten?

    • skypointer Says:

      Hallo GEMAIR

      Ein paar interessante Fragen. Lass mich dazu etwas ausholen:

      Der Film stammt ja nicht von mir, aber er spricht ein paar Probleme gewisser Billigflieger (namentlich Rayanair) an. Deshalb habe ich ihn auf meinem Blog verlinkt. Das heisst aber nicht, dass ich alle Passagen gelungen finde. Jene mit der Passagierin finde ich auch schwach.

      Zum MAD/VLC Fall kann ich ehrlich gesagt keine neuen Fakten liefern. Wenn Du sagst, das Gewitter sei im TAF nicht erkennbar gewesen, dann glaube ich Dir das. Trotzdem wirft dieser Vorfall einige Fragen auf:

      – Warum musste nur Rayanair Fuelemergency deklarieren und sogar gleich mit drei Flügen, während alle anderen Airlines offenbar mit der Situation umgehen konnten? Flog an besagtem Tag zu besagter Stunde allein Rayanair nach MAD? Oder tankt Rayanair einfach konsequent nur das legale Minimum? Das wäre dann wohl unsafe.
      – Wie sah die allgemeine Wetterlage auf den Wetterkarten, den Radar- und Sattellitenbildern aus? Was sagten die TAF der umliegenden Flugplätze? Eine Wettervorhersage kann durchaus zu optimistisch sein. Sehr oft ist dies aber mit etwas Fachwissen, Erfahrung und einer kritischen Haltung erkennbar. Was aber, wenn das Management eine kritische Haltung nicht toleriert? Wie seiht dann der Fuelentscheid der Piloten aus?
      – Kam das Gewitter aus heiterem Himmel oder hätte sich die negative Wetterentwicklung während dem Flug mit regelmässigen MATAR-Wetterupdates über Telex erkennen lassen? Dann hätten die Rayanairmaschienen, wenn sie schon knapp an Fuel waren, gar nicht erst nach MAD fliegen müssen, sondern vorher einen Tankstopp einlegen können. Allerdings bräuchte man dafür ein ACARS, was sich Rayanair aus Kostengründen spart…

      Was hätte also skypointer getan? Das ist müssig zu diskutieren, denn skypointer war nicht dort. Im Nachhinein ist jeder gescheiter, sogar skypointer. Offenbar waren aber alle nicht-Rayanair Piloten, die zur gleichen Zeit in MAD anfliegen wollten, besser vorbereitet. Wie kann das sein? Liegt es an der Firmenpiloitik von Rayanair? Die Frage ist berechtigt und muss meines Erachtens abgeklärt werden. Leider scheint sich das Irische Luftamt um eine Antwort zu drücken. Warum? Hat Herr O’Leary seine Beziehungen spielen lassen? Nicht undenkbar. Wir kennen solche Praktiken aus der unrühmlichen Geschichte der Schweizer Luftfahrt vor 15 Jahren…

      Drückt sich skypointer nun um eine Antwort? Nein, aber er nimmt nicht zu Vorfällen Stellung, von denen er nicht alle Fakten kennt. Er versucht hingegen durch vorausschauende, kritisch hinterfragende Planung mit entsprechenden Fuelreserven und regenlmässige Wetterupdates zu verhindern in solche Situationen zu kommen. Meine Firma gibt mir die dazu benötigten Mittel und stützt meinen Entscheid auch, wenn er sich nachträglich als allzu vorsichtig erweist. Rayanair scheint da Repression und „Fuelpranger“ vorzuziehen. Das allein ist für mich schon ein Grund nicht mit dieser Gesellschaft zu fliegen.

      Falls skypointer doch einmal so vom Wetter überrascht werden sollte, dann würde er kaum im Holding warten bis er mit (oder sogar unter) der Final Reserve auf dem Alternate ankommt. Hab ich etwas falsch verstanden oder haben die Rayanair Maschinen schon während dem Sinkflug auf FL130 Emergency deklariert und nicht erst bei einer weiteren (unerwarteten) Verzögerung. Da haben sich die Piloten aber ganz schön in die Ecke manövrieren lassen! Kann das skypointer nicht passieren? Ich hoffe nicht, aber never say never… Doch gleich noch zwei Swiss Maschinen zur gleichen Zeit? Jetzt sag ich’s trotzdem: never.

      • GEMAIR Says:

        „Jetzt sag ich’s trotzdem: never.“

        Zwischen Swiss und anderen Airlines scheint es tatsächlich Unterschiede beim Notruf zugeben… wenn bei Swiss sogar ohne mayday nur mit pan-pan abgestürzt wird: „Swissair one-eleven heavy is declaring pan-pan-pan. We have smoke in the cockpit. Request immediate return to a convenient place, I guess Boston.“

        Okay schlechter Scherz… allerdings auch nicht schlechter wie der von dir empfohlene NDR-Polemik-Film!

      • skypointer Says:

        Eigentlich wollte ich diesen Kommentar löschen, aber Du diskqualifizierst Dich so sehr, dass ich ihn stehen lasse.

        Sorry, Dein Niveau ist unterirdisch! Ich habe bei SR111 gute Freunde verloren, also bitte verschone meinen Bolg in Zukunft vor Deinen pietätlosen Kommentaren, sonst wirst Du gesperrt.

      • Bernie Says:

        @GEMAIR:

        Ich empfehle Ihnen, den offiziellen Unfalluntersuchungsbericht zu SR111 zu lesen:

        http://www.tsb.gc.ca/eng/rapports-reports/aviation/1998/a98h0003/a98h0003.pdf

        „[…] About 13 minutes after the abnormal odour was detected, the aircraft’s flight data recorder began to record a rapid succession of aircraft systems-related failures. The flight crew declared an emergency and indicated a need to land immediately. […]“

        [Declaring an Emergency == Mayday]

        Ausserdem kann man kaum einen Zusammenhang zwischen dem NDR Film und dem tragischen Unglück vor der Küste von Halifax herstellen. Wenn man viel sucht, kann man allenfalls Parallelen zwischen den im NDR Film gemachten Anschuldigungen an die Adresse der irischen Flugsicherheitsbehörde und der Rolle der FAA betreffend Zertifizierung des (fehlerhaften) Isolationsmaterials vermuten. (Das Isolationsmatieral, das die rasche Ausbreitung des Brandes an Board der MD11 erst ermöglicht hatte, wurde von der FAA zuvor als feuerfest zertifiziert und zur Verwendung in Flugzeugen freigegeben.)

  3. Richi Says:

    Welche neuen Möglichketien das Internet bietet…man kann Doktorarbeiten scannen und Doktoranden als Plagiateure überführen, etc…

    „Wie sah die allgemeine Wetterlage auf den Radar- und Satellitenbildern aus?“‚
    Durch Skypointer’s ausführliche Analyse sah ich mich veranlasst, meinerseits eine kleine Recherche in die Wege zu leiten.

    Nun, es existiert eine Website genannt „ESTOFEX“, „European Storm Forecast Experiment“, und die haben tatsächlich ein Archiv.
    Darunter ist auch die Wetterkarte des 26.07.2012 abgelegt, dem besagten Tag des Ryanair Ereignisses. Und schau mal einer an: was haben wir denn da?
    Gewitter Warnung im Grossraum Madrid. Und sogar in ORANGE angezeigt. Orange steht für „LEVEL ONE“, was so viel heisst, wie erhöhtes Risiko für besonders heftige Gewitterstürme! In meteorologisch versierten Kreisen war die Gewitterträchtigkeit der Madrider Region offensichtlich bekannt, die Unwetter kamen buchstäblich nicht „aus heiterem Himmel“…wohl auch nicht für die beiden Swiss Maschinen zur gleichen Zeit und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht für Skypointer, hätte er sich denn ebenfalls dort im Luftraum befunden; da bin ich mir sicher!!

    • skypointer Says:

      Danke für den Link. Ich habe die Flugwetterberichte (TAF & METAR) vom 26.7.2012 gefunden:

      Link

      Das Gewitter war also mit 40% Wahrscheinlichkeit vorhergesagt. Legal darf man dies nicht beachten. Aber ist dies auch „good airmanship“?

      Zudem haben die Spanier einen Vorfall aus dem Jahr 2010 zusammen mit jenen aus dem Film untersucht. Der Bericht ist öffentlich zugänglich:

      Link

      Ein Absatz daraus sagt m.E. relativ viel:

      Ryanair’s fuel policy, as stated in its Operations Manual, is based quite specifically on minimizing the fuel load at the start of the flight. Since fuel consumption rises considerably with any additional weight that is transported, the goal of this policy must therefore be to reduce consumption by reducing the weight of the fuel transported as much as possible. As a result of this economic policy, Ryanair aircraft generally land with the minimum required fuel. This policy, which is in keeping with EU OPS 1.375, gives Ryanair a competitive advantage over other airlines that tend to fly with larger amounts of reserve fuel and that therefore use more fuel.

      It is worth noting that market competition is forcing other airlines to reduce their costs by adopting fuel policies similar to Ryanair’s. This could make it commonplace for airplanes to arrive at their destinations with the minimum required fuel and without reserves in the event of a delay or, as in this case, to attempt a second approach after being given preferential treatment by ATC at the expense of other traffic yielding its approach priority.

      The arrival of several aircraft flying with minimum fuel at the same airport could give rise to several simultaneous emergency declarations for lack of fuel, especially if circumstances force deviating to the alternate airport.

      Noch Fragen?

  4. richi Says:

    Keine weiteren Fragen, boah…das nennt man wohl „Cut Throat“ Market Competition…

  5. FourGreens Says:

    Fuel lists, wow, da hört ja alles auf. Fuel minimieren in Ehren, aber Leute mit psychischem Druck abstrafen, weil sie sich für die Sicherheit einsetzen, ist in diesem Business wohl wirklich fehl am Platz…
    Vielleicht gibt es ja eines Tages eine Pflicht für additional fuel bei gewissen Bedingungen?

    Wie ist das eigentlich bei der Swiss, kann da beliebig nach Gutdünken den Captains zusätzliches Fuel mitgenommen werden?

    Wir werden schon in der Schule zu einer gesunden Fuel-Politik erzogen, und Entscheide zugunsten einer gewissen Vorsicht (sprich, additional fuel) werden eigentlich immer begrüsst. Leider bleibt es bei uns meist bei der theoretischen Fuelplanung, effektiv tankten wir eigentlich meistens bis ans MTOW, um Fuel vom Trainingsflugplatz (was meist günstiger ist) zu tanken.

    • skypointer Says:

      Auch bei uns kostet Zusatzfuel Geld. Wenn jeder Flug nur 20kg mehr verbraucht, kostet das Ende Jahr die Firma einen zweistelligen Millionenbetrag. Tanken bis ans MTOW ist also auf der Strecke nicht gefragt. 😉

      Trotzdem sind wir in unseren Fuelentscheiden frei. Natürlich muss ich als Captain diesen jederzeit vor meinen Passagieren, meiner Crew und dem Management verantworten können. Vernünftige Sicherheitsreserven und Ökonomie müssen dabei in Einklang genracht werden. Das ist eine meiner Aufgaben als Captain. Dafür wurde ich ausgewählt und ausgebildet.

      Dabei kann es sein, dass ich gewisse operationelle Risiken (sprich: das Risiko einmal diverten zu müssen) auf mich nehme, um über das Jahr gesehen viel Treibstoff zu sparen. Dabei gibt es natürlich einiges an Ermessensspielraum, aber es kann nicht sein, dass wir Millionen verbraten, nur um Firmenweit ein bis zwei Diversions pro Jahr zu verhindern. Umgekehrt darf die Sicherheit nicht durch Sparwut beieinträchtigt werden. Falls es also einmal zu einer Ausweichlandung kommt, dann muss dieser Entscheid früh genug fallen, damit am Alternate auch noch gewisse Verzögerungen in Kauf genommen werden können, denn oft bist Du nicht der Einzige, der ausweichen muss.

      Ist das immer einfach? Sicher nicht. Im Zeifelsfall etwas mehr ist also sicher nicht schlecht.

      Fuelentscheide werden bei uns bei den Linechecks diskutiert. Wenn man sie begründen kann, werden sei selbstverständlich immer akzeptiert. „Ich nehme jetzt einfach noch eine Tonne mehr, weil wir heute 500 Jahre Mittwoch feiern“ ist aber nicht gefragt.

      Ein Fueltracking einzelner Piloten findet bei uns sicher nicht statt. Das wir trotzem (oder erst recht) verantwortungvolle Eintscheide treffen ist selbstverständlich.

      Die Flüge werden bei uns (nach Flugnummer) statistisch analysiert und diese Daten stehen uns bei der Planung zur Verfügung. So weiss ich dann zum Beispiel, dass 5% der Flüge um diese Zeit nach LHR 600kg mehr Fuel verbrannt haben, als geplant. Diese Erfahrungswerte lassen wir natürlich in unsere Entscheidungsfindung einfliessen.

  6. hypnos Says:

    Aus meiner Sicht (als “einfacher” Passagier) kann die Frage nicht “Billigflieger” oder nicht sein und es bringt IMHO auch wenig, hier bestimmte Unternehmen an den Pranger zu stellen. Ich möchte mich nicht damit beschäftigen müssen, welche “fuel policies” eine Gesellschaft hat, ich möchte einfach, dass alle Flüge, die in Europa (etc.) stattfinden, sicher sind.

    Meinetwegen können die Gesellschaften gerne ihren Wettbewerb darüber austragen, dass sie mir einen Kaffee verkaufen oder Geld für Gepäckstücke verlangen. Wenn sie aber (riskant) am Sprit sparen oder Sitzplätze an den Notausgängen gegen Aufpreis verkaufen, dann ist die Sicherheit betroffen – und das geht nicht.

    “Good airmanship” hin oder her – wenn es nicht anders geht, muss man eben an die “legal minima” ran und den Gesellschaften diesen Wettbewerbsparameter wegnehmen. Das Problem scheint hier doch zu sein, dass man Ryanair nicht wirklich etwas vorwerfen kann.

    • skypointer Says:

      Ich verstehe Dich gut. Leider funktioniert die Welt im Allgemeinen und jene der Aviatik im Speziellen nicht so. Aviatik-Gesetze werden vom Europäischen Parlament erlassen und deren Ausführungsbestimmungen in der europäischen Aviatik von der EASA überwacht. Beide Organisationen sind leider sehr anfällig für das Lobbying der Fluggesellschaften. Exemplarisch dafür ist die Diskussion um die Europäischen Flugzeitenregelungen für Piloten: http://www.flightdutytimes.eu/

      Auch dieses Thema ist brandaktuell und lebt vom gleichen Spannungsfeld: Kostensparen auf Kosten der Sicherheit. Die Meinung der Piloten wird auch hier ignoriert und die Kunden scheinen sich nicht dafür zu interessieren.

      Ich bin klar der Meinung, dass man Rayanair sehr wohl etwas vorwerfen kann: Unmoralisches Verhalten. Juristisch kann man gegen solche Machenschaften wohl tatsächlich nicht vorgehen. Jeder Jurastudent lernt aber in einer der ersten Lektionen, dass Recht nichts mit Gerechtigkeit und Moral zu tun hat.

      Dem Kunden bleibt also nichts anderes übrig als sich zu informieren. Viele Verbraucher achten beim täglichen Einkauf darauf, dass sie nur gesunde Produkte, welche biologisch und ethisch einwandfrei produziert wurden in ihren Einkaufswagen legen. Das Lebensmittelgesetz setzt nur die Minimal Standards. Gesund ist dennoch nicht alles, was in den Regalen steht, das ist jedem klar. Man informiert sich selbst und entscheidet bewusst. Wenn es aber darum geht sein Leben einer Fluggesellschaft anzuvertrauen, dann werden all diese Grundsätze über den Haufen geworfen und nur der Preis zählt (und bei gleichem Preis vielleicht das Gewicht des Freigepäcks oder die Qualität des Kaffees). Den Rest soll bitte der Gesetzgeber richten!

      Wenn der NDR-Bericht und mit der Verlinkung mein Blog, da einen Beitrag zur Information leistet, dann ist das m.E. begrüssenswert. Rayanair ist übrigens nicht die einzige Fluggesellschaft mit m.E. moralisch verwerflichen Geschäftspraktiken. Ebenso werde ich persönlich nicht mit Norwegian fliegen. Wer sich für das Warum interessiert, kann den Grund im Artikel zu Leihpiloten in der aktuellen Aeropers Rundschau nachlesen:

      Link

      Solange aber die „Geiz ist geil“ Mentalität vorherrscht, wird sich nichts ändern…

      • hypnos Says:

        Ich glaube, dass man die Passagiere da überfordern würde bzw. dies zu unerwünschten Effekten führen könnte. Beispielsweise dürfte ein erheblicher Teil der Passagiere Germanwings als „Billigairline“ bzw. „Billigtochter“ einstufen – es ist ja auch durchaus kommuniziert worden, dass die „Kranich-Familie“ hier erhebliche Einsparungen plant. Auch ist es ja so, dass sich inzwischen nahezu alle Airlines die Modelle der Billigflieger kopieren und sich z.B. einen komplizierten Tarifwust leisten und es schwierig ist, die Kosten für einen Flug abzuschätzen bzw. diese sich kurzfristig enorm ändern. Die Entscheidung, wer nun „billig“ ist und wer für „Qualität“ steht, fällt da schwierig.

        Es mag ja durchaus sein, dass zusätzlicher Sprit für eine Airline Millionenbeträge kosten würde – aber wieviel teurer müsste ein Ticket denn sein, wenn die Airlines einfach zwingend Sprit für 30 oder 60 Minuten mehr mitnehmen müssten? Das dürfte sich wohl auf wenige Prozent belaufen.

      • skypointer Says:

        Ich hätte ja nichts dagegen, ich glaub nur nicht daran…

  7. GEMAIR Says:

    @skypointer
    Obwohl Sie mir den Mund verbieten und mit Blockierung drohen erlaube ich mir noch ein Frage:
    Wie viele Fuel-Emergencies gab es auf der letzten Million (1.000.000) Swiss-Flügen?
    Bei Ryanair zählten Sie für die letzte Million Flüge (seit Mai 2010) vier Fuel-Emergencies auf… dann müssten Sie doch eigentlich auch wissen wie viele es bei Ihrer Airline waren.

    ……………

    Allen anderen empfehle ich sich selbst bei Gelegenheit vom Wahrheitsgehalt der Beschuldigungen bezüglich den RYR-Fuel-Reserven zu überzeugen. Die Treibstoffanzeige befindet sich bei den von Ryanair geflogenen 737-NG auf dem Display direkt hinter den Schubhebeln… und RYR ist eine sehr offene freundliche Airline. Auf Anfrage wurde mir zumindest bisher immer noch ein kurzer Cockpitbesuch nach der Landung gestattet. Mit guten Augen kann man die Fuel-Anzeige eigentlich aber auch schon beim Vorbeigehen an der Cockpitür während des Austeigens ablesen.

    Und wer dann immer noch dem NDR-Beitrag mehr glauben sollte als seinen eigenen Augen, kann sich noch eine Parodie auf die NDR-Ryanair-Beiträge anschauen… der NDR bringt öfters solchen Schmarn:

    • skypointer Says:

      Ich verbiete niemanden den Mund, aber Pietätlosigkeiten verbitte ich mir! Sie scheinen das noch immer nicht begriffen zu haben.

      SWISS Fuelemergencies sind mir seit bestehen der Firma (2002) keine bekannt, aber wahrscheinlich wissen Sie auch dies, genau wie beim Madrid TAF, besser…

      Zu Ihrem Film: Ich habe nicht festgestellt, dass auf die Vorwürfe des NDR-Filmes eingegangen wird. Statt dessen wird auf den Journalisten geschossen. Rayanair Stil? Auch mit dem (zivilisierten) Teil der Diskussion hier hat der Film wenig zu tun.

      Und noch eine Anmerkung zur Vermeidung von Missverständnissen: Hier wird nicht gegen Billigflieger im Allgemeinen geschossen. Niemand spricht von EasyJet oder Airberlin, welche übrigens die grössten Konkurrenten der SWISS auf dem Europanetz sind.

      Wenn Sie gerne Rayanair fliegen, dann hab ich damit kein Problem. Viel Spass! Der Vorteil daran für mich ist, dass wir uns so nie persönlich begegnen…

  8. Philipp Says:

    Lieber skypointer,

    danke für den Beitrag und auch die ausführlichen Reaktionen zu den Kommentaren hier! Es nötigt mir großen Respekt ab, wie Du hier auch mit den furchtbar pietätlosen Anmerkungen umgegangen bist.

    Zum eigentlichen Thema möchte ich auch noch etwas beitragen.
    Ich habe das Glück, beruflich relativ viel zu fliegen.
    In aller Regel innereuropäisch, häufig mit der Swiss-Mutter LH (für die Swiss hat es leider logistisch noch nicht gepasst, ich arbeite dran…), aber auch mit AirBerlin bzw. Emirates.

    Die Diskussion, ob AB wirklich eine Billigflugairline ist oder zumindest sein möchte, möchte ich nicht anstoßen – wahrscheinlich weiß niemand, deren Management eingeschlossen, das so ganz genau. 😉

    Dadurch, dass ich Repatriierungen durchführe (Patient auf Stretcher), habe ich die Möglichkeit, an der einen oder anderen Stelle auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und vor Allem, mit den Besatzungen, das Flightdeck eingeschlossen, Gespräche zu führen, die über das Übliche „Guten Tag – Auf Wiesersehen“ an der Tür hinaus gehen.

    Erst dadurch habe ich verstanden, welcher auch zeitliche Druck Euch im Nacken sitzt, wie eng verzahnt alle Abläufe sind bzw. welche Konsequenzen Verzögerungen jeder Art haben können.
    Dies Arbeitstag für Arbeitstag zu bewältigen finde ich beachtlich.
    Ich habe aber vor Allem, und zwar bei allen vorgenannten Airlines, Kapitäne erlebt, die sich für meine Patienten eingesetzt haben, die Hebel in Bewegung setzen konnten und das, obwohl sie es ganz sicher nicht gemusst hätten.
    Das ist der Punkt, auf den ich hinaus will.

    Eine Fluggesellschaft muss mich als Menschen (und nicht „nur“ als Kunde) ernst nehmen. Und aber auch in erster Linie ihre Mitarbeiter!

    Und dazu gehört eben auch eine Firmenpolitik, die es intern den Entscheidern vor Ort ermöglicht, ihre eigenen Entscheide zu treffen, ohne sich dafür maßregeln zu lassen oder rechtfertigen zu müssen.

    Eine solche Firmenpolitik gibt es ganz offensichtlich im LH-Konzern und auch, soweit ich es beurteilen kann, bei AB (jedenfalls der „echten“).

    Ich möchte aber nicht mit einer Gesellschaft fliegen, bei der dies nicht der Fall ist, sondern zudem obendrauf noch der extreme psychische Druck („Spritlisten“) kommt.
    Für Madrid und ähnliche Vorgänge kann man also aus meiner Sicht die Piloten, deren eigene wirtschaftliche Existenz ja auch am Arbeitsplatzerhalt hängt und die natürlich bestrebt sein müssen, firmeninterne Vorgaben zu erfüllen, nur indirekt verantwortlich machen; jedenfalls moralisch.

    Das Problem ist nur – der „normale“ Fluggast interessiert sich dafür doch gar nicht. Wieviele Millionen Menschen fliegen jährlich, und wieviele davon informieren sich abseits der Werbebotschaften und Internetpreisvergleiche?
    Aus meiner Sicht müssten Gewerkschaften, Pilotenverbände, aber auch die „seriösen“ Airlines selber hier viel offensiver vorgehen.

    Es herrscht aber die Meinung vor, die Luftfahrtbranche sei zumindest europaweit so reguliert, dass es keine sicherheitsrelevanten Unterschiede bei den Airlines gäbe.
    Dass „legal“ aber nicht immer auch „safe“ ist (und umgekehrt… 😉 ), wird den Wenigsten einleuchten.

    Insofern wünsche ich erfolgreiche Aufklärungsarbeit, einen berufsgruppeninternen Zusammenhalt, der mir leider auch nicht immer gegeben scheint und natürlich, dass die vergleichbar guten Rahmenbedingungen bei LX, LH usw. noch lange bestehen bleiben mögen.

    Mit besten Grüßen,
    Phil

    • skypointer Says:

      Hallo Phil

      Besten Dank für die aufmunternden Zeilen. Ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen und würde mich freuen Dich einmal als unseren Passagier begrüssen zu dürfen – am liebsten ohne Strecher- oder Repatriierungspatienten. Nicht dass wir uns nicht mit vollem Einsatz um diese Leute kümmern würden, aber natürlich ziehe ich es vor wenn alle gesund, erholt und glücklich aus den Ferien zurückkehren…

      • Philipp Says:

        Danke!
        Vielleicht klappt es ja eines Tages.
        Und es gibt ja auch noch die Hinflüge. 🙂

  9. Severin Says:

    Hoi zusammen, angeregte Diskussionen veranlassen mich noch einen Zeitungsartikel der ZEIT in die Runde zu werfen. Der greift genau die Problematik auf und nimmt den Chef von Ryanair etwas genauer unter die Lupe. Absolut lesenswert und höchst bedenklich.

    Da fliegen tatsächlich Flight Attendants für 800€ monatlich. Das ist unter aller Sau! (Bei Swiss ists besser, aber immer noch nicht genug) Die Piloten werden ebenfalls geschröpft wos geht und die Firmenpolitik lässt wirklich grössere Fragen offen. Hoffentlich schaut man da nicht zu lange zu oder lässt als Konsument von Billiganbietern gleich von Anfang an die Finger weg!

    Grüsse und e gueti Zit, viel Spass bim läse,

    Severin

    http://www.zeit.de/2013/30/fluggesellschaft-ryanair

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