Fotorun

Nichts geht über einen kleinen Ausflug um die Aufregung des Vortages zu verarbeiten und so fasste ich am Morgen um 08:30 Uhr ein Auto heraus und machte mich auf den Weg in die San Gabriel Mountains zum Mount Wilson Observatorium. Dort stehen zwei der wichtigsten Teleskope in der Geschichte der Astronomie. Mit dem 60-Zoll Teleskop gelang 1918 der Nachweis, dass die Sonne nicht im Zentrum der Milchstrasse steht und das 100-Zoll Hooker Teleskop war nach seiner Fertigstellung 1917 für 30 Jahre das grösste Teleskop der Welt. Auf ihm wurden bahnbrechende Beobachtungen durchgeführt, welche die Bestimmung von Entfernung und Bewegungsrichtung der Galaxien erlaubten und schliesslich zur Entwicklung der Urknalltheorie führten. Ebenfalls wurde auf dem Mount Wilson die Sterninterferometrie entwickelt, welche hier bis heute auf dem CHARA Array, mit modernsten Mitteln betrieben wird.

 

Nach diesem Abstecher in die Astronomie führte mich mein Weg weiter entlang dem Angeles Crest Highway durch die San Gabriel Mountains. Diese Route führt bis auf 2500 Meter über Meer und ist ein Motorradparadies, welches landschaftlich auch für nicht Biker sehr attraktiv ist.

 

 

Danach entschloss ich mich zum Big Bear Lake in den San Bernadino Mountains zu fahren, wo ich, gemäss Aussage meines Copi Kollegen, der offenbar gleichzeitig dort weilte, ein Fotoshooting mit diversen barbusigen Schönheiten verpasst habe.

Mangels solcher Attraktionen zog es mich bald weiter zu einer anderen (Natur-) Schönheit: dem Joshua Tree Nationalpark, wo ich kurz nach 17 Uhr eintraf, als die Temperaturen mit 33°C langsam auf erträgliche Werte abkühlten. So konnte ich mit meiner Kamera auf Foto Jagd gehen ohne Gefahr zu laufen an einem pittoresken Joshua Tree elendiglich zu verenden…

 

 

 

 

Da ich nun schon einmal hier war, konnte ich mir den Sonnenuntergang natürlich nicht entgehen lassen und so genoss ich auf einer der unzähligen Felsformationen die Ruhe und das wechselnde Farbenspiel der Abendstimmung in der Wüste.

 

Mit der Ruhe war es allerdings vorbei, als sich kurz nach Eindunkeln plötzlich von allen Seiten Coyoten Geheul ausbreitete, das mir kalte Schauer den Rücken hinunter laufen liessen. Mit der Dunkelheit funkelten auch die ersten Sterne am Himmel und in mir wuchs die Lust noch einige Sternaufnahmen zu schiessen und so blieb ich schliesslich noch bis um 10:30 Uhr und fotografierte noch einige Nachtimpressionen, bevor ich mich schliesslich auf die lange Heimfahrt nach Long Beach machte, wo ich um 01:00 Uhr ziemlich erschöpft im Hotel eintraf…

 

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3 Antworten to “Fotorun”

  1. Bettina Says:

    Vielen Dank für die fantastischen Bilder, Bettina

  2. Martin Says:

    Vielen Dank für den Bericht und die Bilder!

    (Und ich bin froh, dass es offensichtlich noch Piloten gibt, die vor lauter Fatigue an der Destination nicht gleich ins Koma fallen …)

  3. seiltanz Says:

    Wow, wirklich schön.

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