Take Off

Ich sitze gut festgezurrt in meinem Sitz. Mein Kollege schaut mich an und fragt „Ready for departure?“ „Ready“ antworte ich etwas kurz angebunden. Kurz darauf setzt sich die Maschine in Bewegung. Während wir sanft in unsere Sitze gepresst werden, nehmen die Vibrationen stetig zu und ich bemerke, wie mein Plus etwas schneller schlägt…

Kabum, kabum, bum, bum. Jede Unebenheit in der Bahn überträgt sich auf uns und mit zunehmender Geschwindigkeit werden wir immer mehr durchgerüttelt. Etwas genervt stelle ich fest, dass meine Handflächen leicht schweissig sind. Schon seltsam wie der Körper reagiert, obwohl ich schon hunderte Starts erlebt habe!

Langsam hebt sich die Nase der Maschine. Das Ganze hat etwas Befreiendes. Losgelöst vom Boden wird nicht nur die Aussicht besser. Ich bin plötzlich viel ruhiger. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Wir steigen himmelwärts. Die Gebäude unter uns werden immer kleiner und auch die Vibrationen sind nicht mehr so störend.

Der initial climb verläuft völlig problemlos. Ich mache eine kurze Bemerkung zu meinem Kollegen über die grandiose Szenerie vor uns, als die Maschine plötzlich nach links abkippt. Gleichzeitig sackt der Pitch abrupt ins Negative ab und wir befinden uns unverhofft in einem unkontrollierten Sturzflug. Während ich krampfhaft versuche zu verhindern, dass mein Mageninhalt die falsche Richtung einschlägt, höre ich wie einige Passagiere hinter uns vor Entsetzen schreien!

Irgendwie scheint die Kontrolle über die Maschine nicht ganz verloren zu sein. Ich werde mit gewaltiger Kraft in den Sitz gepresst, während die Maschine mit massivem G-Load aus dem Sturzflug gezogen wird. Nur wenige Meter über dem Boden, der unseren sicheren Tod bedeutet hätte, geht es plötzlich wieder aufwärts. Uff. Das war knapp!

Aber der Höllenritt hat erst begonnen. Immelmann, Retournement, Steilkurven, Rollen und diverse Loopings reihen sich aneinander, bis ich kaum mehr weiss was oben und unten ist. Ich habe nicht einmal mehr Zeit mich über meinen Mageninhalt zu sorgen. Dann ist der Spuk, genau so plötzlich wie er begonnen hat, vorbei. Alles ist wieder wo es hingehört: Der ist Himmel oben, der Boden unten und die Sitze stehen gerade. Immer noch schockiert schaue ich zu meinem Kollegen hinüber. Dieser grinst mich an und meint: „Diese Achterbahn war zwar schon etwas Schwachstrom, aber als Einstieg war sie gerade noch akzeptabel. Jetzt will ich aber auf eine richtig krasse Bahn!“

Welcome to Six Flags Magic Mountain

 

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3 Antworten to “Take Off”

  1. Ingo Says:

    Es ist zwar schon über zwanzig Jahre her, dass ich das letzte Mal in Six Flags Magic Mountain war, aber an die Achterbahnen kann ich mich noch gut erinnern…

    • skypointer Says:

      Auf dem Bild ist Viper, Baujahr 1990. In diesem Jahr absolvierte auch ich zum ersten Mal die sieben Überschläge. Mittlerweile ist der Lack an einigen Stellen etwas ab…

      …Wie ich feststellen musste aber nicht nur bei der guten alten Viper. Auch ein gewisser Skypointer sah neben den beiden, uns begleitenden F/As, Baujahr 1986, ganz schön alt aus… 😦

  2. nff Says:

    … definitiv nichts für mich. Nach einer Bahn war Schluss für mich 😦

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