Supernova im Whirlpool

Der Sternenhimmel ist, entgegen dem gestressten Geist unserer Zeit, praktisch zeitlos. Seit Äonen sehen alle Menschen, die nachts den Blick zum Himmel wenden praktisch das Gleiche, so dass weder unsere Grossväter, noch die alten Griechen oder die Steinzeitmenschen einen Unterschied zwischen dem heutigen Sternhimmel und jenem ihrer Zeit erkennen könnten. Ausser, dass heute wegen der Lichtverschmutzung vielerorts die Sterne kaum mehr zu erkennen sind. Aber das ist hausgemacht und hat keinen astronomischen Grund…

Umso interessanter sind Phänomene, bei denen am Himmel endlich einmal etwas passiert! Jeder kennt natürlich die Mondphasen, aber auch Sonnen- und Mondfinsternisse oder Kometen interessieren die breiten Massen. Die letzte Mondfinsternis hat aber Petrus, zumindest in der Schweiz, gründlich verbockt.

Aber zum Glück geht in der „Whirlpool Galaxie“ M51 zurzeit viel Kolossaleres vor: Einem Stern ist sozusagen der Sprit ausgegangen. Deshalb konnte dieser Stern seiner eigenen Schwerkraft nicht mehr widerstehen und ist innert Sekunden implodiert. Der dadurch verursachte, ungeheure Druck führte schliesslich zu einer gigantischen Explosion, die selbst auf der 31 Millionen Lichtjahre entfernten Erde noch zu sehen ist.

Natürlich liess ich es mir nicht nehmen dieser kürzlich von einem Amateurastronomen entdeckten Supernova SN 2011dh  persönlich einen Besuch abzustatten.

Da die Supernova etwa 300 Mal zu wenig Leuchtkraft besitzt um aus der riesigen Entfernung mit dem blossen Auge gesehen zu werden, musste ich auf mein Teleskop zurückgreifen. M51 habe ich bereits am 6. Mai 2011 fotografiert. Deshalb konnte ich mit den Bildern meiner gestrigen Beobachtung eine kleine Animation erstellen, auf der die Supernova gut zu erkennen ist.

Es ist zwar nur ein kleiner Lichtpunkt, aber dahinter verbergen sich der Todesschrei eines Sterns und das Ende eines ganzen Sonnensystems…

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13 Antworten to “Supernova im Whirlpool”

  1. Richi Says:

    Wow!
    Ein alltäglich äonenhaftes Ereignis unter milliarden Sonnen, registiert in heutiger Zeit.

  2. Richi Says:

    registriert, heisst das natürlich; schluderhafter Comment

  3. IVBANKER Says:

    … sieht ähnlich aus wie das Landelicht einer A330/340 bei Nebel im Endanflug…. 🙂

    • skypointer Says:

      Die A330 Landescheinwerfer sind zwar saustark, aber ich bezweifle, dass sie in so grosser Distanz noch zu sehen wären – und das nicht nur bei Nebel… 😉

  4. Galileo Says:

    Ob das Ding in ein paar Jahren etwa so aussieht, wenn Du Dein nächstes Teleskop kaufst?

    http://www.thunderbolts.info/tpod/2006/arch06/060412supernova.htm

    P.S.: Habt Ihr im A330 Plasma-Lampen?

    • skypointer Says:

      wir kämpfen ja zur Zeit für bessere Arbeitsbedingungen, aber dabei geht es nicht in erster Linie um Geld, so dass ich mir auch im Falle eines Erfolges kein Hubble Teleskop leisten kann. 😦
      Plasma haben wir übrigens auch nicht, sondern gute alte Glühfäden.

  5. fabianfett Says:

    „zurzeit“ stimmt nur begrenzt. Die Supernova fand vor 31 Millionen Jahren statt. Wir können Sie nur leider erst jetzt sehen. Coole Sache, wenn man drüber nachdenkt 😉

  6. Richi Says:

    jemand hat das mal folgendermassen beschrieben:

    „Schliesslich treiben wir in einem Meer von Vergangenheit dahin, lehrt die Astronomie. Die Sterne, die uns umgeben, sind Vergangenheit, und blicken sie auf uns, glotzen ihnen Dinosaurier entgegen“.

  7. Richi Says:

    …so viel ich weiss von Friedrich Dürrenmatt. Keine Ahnung aus welchem seiner Werke.

  8. Richi Says:

    I see! Danke auch für die „Züglete“. Der Kommentar steht jetzt an der richtigen Stelle… in der Vergangenheit;-)

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