Hong Kongs schönste Spaziergänge 3: MacLehose Trail Section 4

Zeitbedarf: ca. 6 Stunden, Schwierigkeit: für Masochisten

Man sieht es schon am Zeitbedarf: Nachdem die letzten zwei Beiträge zu diesem Thema durchaus   gemütlich waren, handelt es sich diesmal um eine ausgewachsene Wanderung. Natürlich sollte man ein solches Unterfangen nur gut vorbereitet angehen. Eine vernünftige Karte hilft dabei und so besorgte ich mir zuerst vom Survey and Mapping Office eine 1:25‘000 Karte der Region.

Damit hatte ich die Navigation im Griff. Da sechs Stunden alleine wandern aber wenig Spass macht, suchte ich nach Begleitung. Von der Kabinenbesatzung erntete ich dabei vor allem Unverständnis, aber schliesslich schaffte ich es meinen Copi-Kollegen von der Tour zu überzeugen.

So ging es anderntags mit der MTR und dem Zug nach Sha Tin, wo wir nach einigem Suchen den Bus 299 fanden, der uns zum Beginn der 4. Sektion des MacLehose Trail brachte. Dort führte der Weg zuerst einmal 2 Stunden und 500 Höhenmeter durch die nebelverhangene Wald- und Buschlandschaft bergauf zum Fuss des Ma On Shan, mit 702 Metern einer der höchsten Berge Hong Kongs.

  

Dank dem Nebel hatten wir eine gute Ausrede um auf den Gipfelsturm zu verzichten. Stattdessen sorgten wir mit einem Picknick dafür, dass unser Rucksack für den Rest des Tages etwas weniger schwer auf unseren Schultern lastete.

  

Danach führte der Weg am Pyramid Hill vorbei zur Ngong Ping Plateau. Mittlerweile hatte die Sonne den Nebel weggebrannt, so dass wir bei blauem Himmel die Aussicht nach Sai Kung und den Blick auf die bereits zurückgelegte Strecke geniessen konnten.

  

Eigentlich erwarteten wir nun einen gemütlichen Marsch entlang des Hügelkamms zu unserem Ziel, dem Sha Tin Pass. Ein genauerer Blick auf unsere Karte hätte uns aber eines Besseren belehrt. Der Weg bestand nämlich aus einem stetigen Auf und Ab, in dessen Rahmen wir noch mehrere Höhenzüge und gut und gern nochmals 500 Höhenmeter überwinden mussten. Diese Mühen wurden immer wieder mit herrlicher Aussicht aus der uns umgebenden Wildnis auf die dicht bebauten Siedlungen der New Territories belohnt.

 

Die Sonne heizte mittlerweile tüchtig ein und unsere Beine wurden immer schwerer. So waren wir schliesslich froh Tates’s Cairn zu erreichen. Dort erwartete uns ein Rundblick über Kowloon bis nach Hong Kong Island.

 

Danach ging es noch eine knappe Stunde entlang der Sha Tin Pass Strasse nach Dimond Hill hinunter. Von dort brachte uns die MTR pünktlich zur Abenddämmerung ins Hotel und zur dringend benötigten Dusche. Man braucht keine allzu ausufernde Fantasie, um sich vorzustellen, dass das erste Bier an diesem Abend so gut schmeckte wie schon lange nicht mehr…

 

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6 Antworten to “Hong Kongs schönste Spaziergänge 3: MacLehose Trail Section 4”

  1. douglasflyer Says:

    Sehr schöne Wanderung, welche Du in Hongkong unternommen hast – sie hat auch mir und meiner Frau extrem gut gefallen. Ma On Shan bedeutet ja Pferdesattelberg – für meine Frau, welche ein Pferd ihr eigen nennt, natürlich ein Muss. Ebenfalls empfehlenswert ist eine Wanderung über die Hügelkrete der acht Gipfel des Pat Sin Leng (http://en.wikipedia.org/wiki/Pat_Sin_Leng). Diese liegt etwas NW vom Ma On Shan. Der Einstieg ist am einfachsten vom Norden her von Luk Keng, welches man mit der KCR und Minibus erreicht.
    Liebe Grüsse
    Urs (frühpensioniert)

  2. Michael Says:

    Respekt, solch eine Wanderung in der Fremde anzutreten. Ich selbst bin teilweise monatelang in den gleichen Hotels und raffe mich dann mühevoll gerade mal zu einer Jogging Tour auf.

  3. Ilse Says:

    es ist toll zu sehen, was für alpine “Spaziergänge” hinter den Hotels von HK warten!

  4. Severin Says:

    Nicht schlecht!
    Falls es dich im Sommer einmal nach Tokyo verschlagen sollte und die Beine nach Masochismus rufen: Fuji-San. Ist machbar, aber wirklich nur für echte Masochisten. Ermuntert wurden wir von der Copilotin welche ihren Vater mitgenommen hatte, auf der Wanderung zugegen waren dann MC, 2 Copis, 1FA(ich) und 2 Gäste.

    Karte brauchst du nicht, dank den abertausenden Japanern, Koreanern usw. ist ein Verlaufen eigentlich unmöglich. Das Bier wird wahrscheinlich ähnlich gut schmecken!

  5. Gratuliere Says:

    Ich kann nicht umhin, mein Erstaunen auszudrücken, dass man in Hong Kong so viel unbebautes Land findet und richtig wandern kann.

    Vielen Dank für den schönen Bericht.

  6. skypointer Says:

    @Severin
    Fuji-San tönt gut, aber bei dem kurzen Layover ist das echt nur für totale Masochisten…

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