Hong Kongs schönste Spaziergänge 1: Lamma Island

Zeitbedarf: ca. 2 Stunden

Irgendwann hat man die Märkte und Shoppingcenter Hong Kongs gesehen und dann fragt sich der weit gereiste Pilot, was er unternehmen könnte, während sich die Kabinenbesatzung dem Shoppingrausch hingibt. Natürlich gäbe es die Möglichkeit in irgendwelchen dubiosen Spelunken zu versumpfen und danach den folgenden Tag zu verschlafen, nur um am Abend nahtlos an den Vorabend anzuschliessen. Viel gesünder und auf die Dauer auch abwechslungsreicher ist es aber die Umgebung von Hong Kong Island zu erkunden.

So verschlug es mich, wie der geneigte Leser bereits weiss, an meinem ersten Tag nach dem südlich von Hong Kong gelegenen Lamma Island. Yueng Shue Wan im Nordosten der autofreien Insel ist in 30 Minuten bequem vom Central Pier Nr. 4 aus zu erreichen. Von dort führte mich der in allen Reiseführern empfohlene Weg zuerst durch die Geschäftige Hauptstrasse, wo Fischrestaurants mit grossen Freiluftterrassen und Souvenirshops, die Kunsthandwerk und diverse Kräuter feilbieten, um die Gunst der Tagestouristen buhlen.

Die Zahl der Touristen liess, als die Häuser entlang des Weges langsam durch Felder ersetzt wurden, glücklicherweise schnell nach und nach einer Viertelstunde erreichte ich den Hung Shing Yeh Strand mit seiner fantastischen Aussicht auf Lammas Wahrzeichen – das hässliche Kraftwerk. Angesichts der für die Einheimischen eiskalten 17°C Lufttemperatur war auch in den Strandkaffees nicht viel los und so machte ich mich nach kurzer Pause wieder auf den Weg.

  

Schon bald stieg der Weg steil an und ich entledigte mich meines Pullovers. Kurzärmlig erreichte ich nach einiger Zeit die Aussichtspagode am höchsten Punkt des Weges, wo mir auffiel, dass meine sommerliche Kleidung so gar nicht zur Ausrüstung der Einheimischen passte, die sich, in Daunenjacken und Wollmützen gehüllt, auf einer Arktismission zu befinden schienen.

Die Aussicht wurde einerseits vom starken Dunst etwas beeinträchtigt, andrerseits versperrte ein Hügel den Blick Richtung Hong Kong Island.

  

Kurzentschlossen wandte ich mich vom betonierten Weg ab und begann den Aufstieg zum Gipfel des sichtbehindernden Hügels. Über eine Mischung aus Trampelpfad und Bachbett kämpfte ich mich zuerst durch Grasland und später durch Buschwerk zur Bergspitze, wo meine Anstrengungen mir einem grandiosen Rundblick belohnt wurden.

Mit Aussicht auf Aberdeen an der Südküste von Hong Kong Island und mit meinem Ausflugsziel zu meinen Füssen gönnte ich mir ein Picknick.

 

Danach folgte der Abstieg  zum Fischerdorf Sok Kwu Wan, wo ich, frisch gestärkt, die unzähligen Fischrestaurants links liegen liess und mit der Fähre, vorbei an den berühmten Feng Shui Wohnsilos von Bel Air, mit ihren Aussparungen für fliegende Drachen, zurück nach Central fuhr.

 

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4 Antworten to “Hong Kongs schönste Spaziergänge 1: Lamma Island”

  1. Ilse Says:

    danke für diesen bezaubernden Ausflug, ein Platz den ich niemals mit eigenen Augen sehen werde.

  2. Dide Says:

    Ein wunderschöner Bericht, bei dem mir die originell aufgemachten Fotos besonders gefallen. Hong Kong hat mir in den letzten fünf Jahren gefehlt. Ich freue mich wieder darauf, zwischen Kowloon und Hong Kong Island den Sonnenuntergang zu geniessen…

    Gruss – Dide

  3. Richi Says:

    Autofreie Insel? Geht doch nichts über einen schönen Spaziergang wie hier geschildert.
    Köstlich u.a. auch diese kurzärmelige Begegnung bei 17 Grad mit den einheimischen Daunenjacken.

    Das Gebüsch der Vegetation schaut irgendwie Macchia-mässig aus. Sind dir etwelche Schlangen begegnet, oder fremdartige Käfer?

  4. skypointer Says:

    @Ilse
    Immer ein Vergnügen…

    @Dide
    Vielleicht klappt es nach Deiner Rückkehr mal mit einem gemeinsamen HKG. Mich würds freuen.

    @Richi
    Der Vergleich mit der Macchia ist gar nicht verkehrt. Schlangen hab ich keine gesehen – denen war’s wohl auch zu kalt 😉 Oder sie wurden von meinem Getrampel verscheucht, was ja auch das Ziel war… Spezielle Käfer hab ich auch nicht gesehen, aber es gab einige schöne Vögel und Falter, die aber leider nie in Fotodistanz kamen.

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