Zurück im Alltag

Zurück aus den Ferien, zurück im Alltag. Schön war’s, fein war’s, heiss war’s, aber vor allem war’s zu kurz. Wir haben viel gesehen, viel gelernt und zu viel gegessen. Italien hat unsere hohen Erwartungen mehr als erfüllt. Geschichte, Kultur und Kulinarisches satt. Nur das erwartete Verkehrschaos blieb aus. Nicht, dass wir es vermisst hätten, aber es stellt sich die Frage, ob die südländischen Strassenmachos endgültig gezähmt wurden oder ob nur mein Fahrstil so verwildert ist, dass ich mich selbst auf den italienischen Strassen wohl fühle…

 

Eigentlich waren ja drei Wochen Ferien vorgesehen. Da ich es aber einfach nicht lassen kann, befand ich mich bereits zu Beginn der dritten Ferienwoche wieder im Wetterbriefing und beschäftigte mich mit der Routenplanung. Während die Verpflegung beladen und im Galley verstaut wurde, überprüfte ich die Ausrüstung gemäss Checkliste und dann wurde der Navigationsrechner programmiert. Als wir danach starteten, habe ich nur assistiert, denn schliesslich braucht auch der erfahrenste Pilot etwas Zeit zur Angewöhnung. Kurz darauf durfte ich aber selbst das Steuer übernehmen.

 

Anfangs kämpfte ich noch etwas mit der Trägheit der Steuerung, aber bald hatte ich auch diese im Griff. Dank günstigen Winden kamen wir recht flott voran und als sich durch eine Windböe unsere Querlage markant erhöhte, konnte ich mir einen kleinen Jauchzer nicht verklemmen. Nur fliegen ist schöner!

 

Einige unangenehme Einrichtungen ändern sich allerdings nie. Kurz bevor ich meinem müden Körper etwas Schlaf gönnen konnte, meldete sich meine Verdauung und als ich deshalb die Toilette aufsuchte, stellte ich fest, dass diese noch enger als in meiner Erinnerung war. Irgendwie gelang es mir aber meine Beine zwischen Waschbecken, Türe und Toilettenschüssel zu zwängen und dabei mein Hinterteil in Reichweite letzterer zu behalten…

 

Auch die Schlafkoje war gewohnt eng, stickig und wie immer zu kurz. Da Herr Murphy offenbar ebenfalls an Bord war, stellten sich zudem, genau als mein Kopf das Kissen berührte, so starke Turbulenzen ein, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war.

 

Ziemlich zerknittert versuchte ich deshalb am nächsten Morgen im Galley den fehlenden Schlaf durch Kaffee zu ersetzen und fragte mich warum ich einwilligte meine letzte Ferienwoche statt am Strand auf einer Segeljacht zu verbringen!

 

Als ich danach allerdings meinen Kopf durch die Luke streckte und die einsame Inselwelt rund um unseren Ankerplatz sah, war die Welt wieder in Ordnung…

 

 

 

 

Advertisements

2 Antworten to “Zurück im Alltag”

  1. Dide Says:

    Ahoi Kapitän! Doch einfach so, im stinknormalen (habe gerade NFF’s JJ-Blog gelesen…) Hemd, ohne Patten und Streifen wirkt die Pose noch etwas unausgereift. Vielleicht liegts auch am Halt suchenden Griff ans Sonnenverdeck-Gestänge.

    Wünsche auf jeden Fall guten Wiedereinstieg in die Luftfahrt!

    Gruss

  2. skypointer Says:

    Jeder fängt mal klein an – und normalerweise sitze ich bei so viel Querlage…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: