Tropical Depression

Keine Angst. Nach dem Nairobi Blues folgt nun nicht der nächste jämmerliche Beitrag. Vielmehr fand diesen Monat meine zweite Premiere statt: Shanghai.

 

Zwar wollte uns zu Beginn der Zyklon Nangka einen Strich durch die Rechnung machen. Als ihm aber in der Folge die Kraft ausging wurde er zuerst zum Tropensturm und danach zur Neudeutschen „tropical depression“ heruntergestuft. So lösten sich unsere Wetterprobleme in Wohlgefallen auf und ich konnte die Chinesische Wirtschaftsmetropole, zwar von einigen Gewittern beeinträchtigt, aber zumindest ohne Furcht vor Depressionen einem ersten Augenschein unterziehen.

 

Was ich dabei allerdings sah kam mir beim besten Willen nicht sonderlich Chinesisch vor! Die Stadt scheint dem feuchten Traum eines Architekten entsprungen zu sein. Viele Hochhäuser buhlen mit mehr oder weniger originellem Dachschmuck um die Aufmerksamkeit des Besuchers, während andere mit schierem Gigantismus zu beeindrucken versuchen. So steht in Pudong mit dem Shanghai World Financial Center, das mit 492 Metern höchste Gebäude Chinas, welches sogar den Pearl Tower, das Wahrzeichen Shanghais, klein aussehen lässt und dessen Spitze während meines Aufenthaltes sich meist im wolkenverhangenen Himmel versteckte.

 

Die Stadt scheint in den letzten Jahren komplett neu aufgebaut worden zu sein und was nicht bereits umgekrempelt wurde, wird spätestens für die Expo 2010 präsentabel gemacht. Sogar die sogenannte Altstadt entpuppt sich mit seinen herausgeputzten Nachbauten, als chinesisches Disneyland für anspruchslose Touristen oder eben als typisch chinesische Fälschung. Dazu passend werden dem westlichen Besucher alle zehn Meter günstige Markenuhren und Handtaschen angeboten. Weder original noch originell, dafür ziemlich aufdringlich!

 

Ansonsten ist Mann und Frau in Shanghai modisch chic, weltoffen, modern und mondän. Von Armani bis Zenga sind alle westlichen Modelabels vertreten und sofern die Geschäfte etwas verkaufen, stehen in den guten Shanghaier Stuben Möbel von Nantuzzi und Küchen von Poggenpohl.

 

Auch kulinarisch ist die grosse, weite Welt in Shanghai angekommen. Selbst in London scheint es mehr Chinesische Lokale zu geben. Dafür isst man hier thailändisch und indonesisch scharf, italienisch teigig, amerikanisch schnell oder bierig deutsch. Um sich vom provinziellen Münchner Original abzuheben gibt es das Paulaner Bierhaus allerdings gleich in dreifacher Ausführung und auch das Hofbräuhaus sucht man hier nicht vergebens. Selbst der Aloisius hätte hier seine helle Freude!

 

Auch ich freue mich auf meinen nächsten Shanghai Aufenthalt in zwei Wochen und hoffe dass es die Wettergötter gut mit mir meinen. So könnte ich die spektakuläre Aussicht vom World Financial Center unbenebelt geniessen oder trockenen Fusses einen der wenigen wirklich alten Tempel der Stadt besuchen. Wir werden sehen…

 

 

 

 

 

 

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