Miami

Seit Langem hat mich das Planungsroulette wieder einmal nach Miami geschickt. Bereits bei der Planung wurde allerdings unsere Vorfreude etwas gedämpft, da die Wetterprognose nichts Gutes, sprich Dauergewitter verhiess. Zudem wurde uns mitgeteilt, dass unsere Kollegen am Vortag, wegen unerwarteten Umwegen und den damals noch nicht vorhergesagten Gewittern, nach Orlando ausweichen mussten und so sorgten wir bei der Treibstoffplanung vor, indem wir für einmal wenig Rücksicht auf die schlechte Wirtschaftslage und die wieder steigenden Ölpreise nahmen und tüchtig zusätzlichen Treibstoff bestellten.

 

Die komfortablen Kerosinvorräte waren dann wohl auch der Grund dafür, weshalb wir im Miami problemlos und auf dem kürzesten Weg anfliegen konnten und warum, ausser ein paar harmlosen Schauern, weit und breit keine Gewitter zu sehen waren. So landeten wir schliesslich etwa 30 Minuten zu früh und mit fast schon unanständig viel Treibstoff in den Tanks…

 

Tags darauf stellte sich dann ein völlig neuartiges Problem, musste ich doch einen Weg finden, wie ich meinen freien Tag in Miami verbringen konnte. Es war natürlich wiederum Dauerregen angesagt und so stellte ich, nach Konsultation eines Online Wetterradars, fest, dass meine einzige Chance auf Sonnenschein darin bestand, nach Süden in die Keys aufzubrechen. Dazu benötigte ich natürlich einen fahrbaren Untersatz, welchen ich in weiser Voraussicht bereits von zu Hause aus reserviert hatte. Allerdings musste ich feststellen, dass die Amerikaner, in der derzeitigen Krise, kein Geld mehr für ein Autodach haben und so musste ich mich, nolens volens, mit einem Cabriolet begnügen. Also Verdeck runter und ab in den Süden…

 

 

Mein erster Halt war in Key Largo, wo ich, um nicht noch mehr kostbares Öl sinnlos zu vernichten, mit reiner Muskelkraft bei drückender Hitze, in einem unklimatisierten Kanu, durch die Mangrovensümpfe paddelte. Völlig abgekämpft und irgendwo zwischen Sonnenbrand und Sonnenstich, beschloss ich nach 90 Minuten, die eben erst begonnene nautische Karriere bereits wieder an den Nagel zu hängen und statt dessen den Nachmittag irgendwo zwischen Sandstrand und Poolbar zu verbringen. Deshalb fragte ich beim erstbesten Ferienresort dreist, ob es möglich wäre die Poollandschaft zu benutzen, was mir zu meinem Erstaunen problemlos gestattet wurde. So konnte ich in äusserst angenehmem Umfeld meine Körpertemperatur wieder auf ein vernünftiges Mass senken und mich optimal für das Abendprogramm vorbereiten.

 

 

 

Wer mich kennt wird nicht besonders überrascht sein, dass ich für den Sonnenuntergang meine beiden Lieblingsplatze aufsuchte: Das Nachtessen gönnte ich mir in der Islamorada Fish Company und für die 90 Minütige Rückfahrt nach Miami Beach stärkte ich mich danach bei etwas Live Musik in der Lorelei Cabana Bar. 

 

 

 

Nun hoffe ich, dass alle tiefes Mitleid für mich und mein bitteres Pilotenleben empfinden. 😉 
 

 

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4 Antworten to “Miami”

  1. eb Says:

    das ist der Lohn für die harte Arbeit im Cockpit und für all die Opfer die man bringen muss um Pilot zu werden und auch zu bleiben 🙂

    Das einzige was in dem Text fehlt ist der Kontakt zu Menschen…genauer : der Kontakt zu weiblichen Menschen 😉
    Kann mir nicht vorstellen dass die Frauen immun gegen den Charme eines europäischen Piloten auf einem Layover sind 🙂

  2. Richi Says:

    Echt erfreulich dass man Sie hereingelassen hat beim „erstbesten Ferienresort“.
    Wäre das hier ein Wunschkonzert, würde ich mir eine Fortsetzung Ihrer Miami-Paddelboot Tour wünschen: z.B. nach Fisher-Island.
    Ob man sie da ebenso hereinlassen würde? Die Insel ist zwar nicht so ausbruchsicher wie Alcatraz, dafür einbruchssicherer!

  3. nff Says:

    … das gönne ich dir natürlich von ganzem Herzen. Eine Fage bleibt noch offen: Vermisst du NY nicht ein bizeli?

  4. skypointer Says:

    @eb
    Am einfachsten wäre es gewesen ein paar Damen aus unserer eigenen Cabin Crew mitzunehmen. Leider dürfen diese aber nur eine Nacht bleiben und mussten, als ich beim Sonnenuntergang mein Bierchen schlürfte, bereits wieder nach Hause fliegen. 😦

    @Richi
    Auf Fisher-Island hätte ich beim Paddeln wohl nicht so viel Ruhe gehabt, da ich mich zwischen einem guten Dutzend Paperazzi hätte durchschlängeln müssen. Aber vielleicht lerne ich beim nächsten Miami Aufenthalt, in Anlehnung an eb’s Kommentar, eine nette junge Millionärin mit einer Villa auf Fisher-Island kennen. Ich bezweifle allerdings, dass ich dann davon berichten könnte, da danach mein Empfang zu Hause nicht sonderlich freundlich ausfiele. 😉

    @nff
    Die Entwöhnung findet, damit es keine Entzugserscheinungen gibt, stufenweise statt. So liegt MIA ja ebenfalls in den USA und nächsten Monat darf ich auch zur Kontrolle der Schweinegrippe-Situation wieder nach NY…

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