Israel und Deutsche

Zur Zeit sind Israelreisen total angesagt. Hillary Clinton war dort und der deutsche Papst Ratzinger weilt ebenfalls gerade im heiligen Land. Da ich nicht als letzter diese Reise antreten wollte, nutzte ich die Gelegenheit, dass Mahmud Ahmadinedschad noch nicht dort war, verband das Mühsame mit dem Nützlichen und absolvierte meinen Line Check auf einem Tel Aviv Flug.

 

Zum speziellen Anlass herrschte Kaiserwetter und ich durfte die A330 via den immer spannenden Sichtanflug auf die Piste 30 steuern. Natürlich strengte ich mich an meinem Checkflug besonders an und legte einen Bilderbuchanflug hin, den ich mit der gewohnt butterweichen Landung krönte. Da auch der Checker mit meiner fliegerischen Leistung zufrieden war, enttäuschte es mich sehr, dass ich, im Gegensatz zu Clinton, Papst und Konsorten, nicht mit einem roten Teppich empfangen wurde und so entschloss ich mich zur sofortigen Rückreise nach Zürich.

 

Der Rückflug war bis kurz vor Zürich ereignislos, wurde aber dank Gewittern über Süddeutschland, die auf dem Wetterradar mehr schlecht als recht sichtbar waren und 20 Knoten Rückenwind im Anflug auf die Piste 14 nochmals spannend. Da wir uns trotzdem eine sichere, komfortable und pünktliche Landung erarbeiteten, blieb dem Checker nichts anders übrig als uns ein weiteres Jahr für die Streckenoperation freizugeben und so bleibt mir heute Mittag nichts anderes übrig als in den sauren Apfel zu beissen und in den mit Schweinegrippe verseuchten Big Apple zu fliegen.

 

Als ich mich schliesslich am Computer für den wohlverdienten Feierabend abmelden wollte, bemerkte ich eine e-Mail von der Geschäftsleitung, in der uns die Ernennung eines neuen Chief Commercial Officer angekündigt wurde. Der Herr stammt, wie könnte es anders sein, natürlich aus Deutschland. Nebst seinen Aufgaben in unserer Firma, wurde auch sein Werdegang kurz beschrieben, allerdings fand ich in dem Schreiben keinerlei Informationen darüber, ob der neue Manager nun zwecks Steuerhinterziehung in die Schweiz kommt, ob er vor Steinbrücks Kavallerie flüchtet oder ob die Jobangebote in Burkina Faso einfach nicht gut genug waren.

 

Auf der Heimfahrt hörte ich in den Radionachrichten, dass sich die Schweizer Regierung, angesichts der Wirtschaftskrise und wegen übermässiger Zuwanderung aus dem EU Raum, speziell aus Deutschland, überlegt auf eine Schutzklausel in den bilateralen Verträgen mit der EU zurückzugreifen und die Grenzen für ausländische Arbeitnehmer wieder dicht zu machen. Für die Swiss, nota bene die Schweizer Nationalfluggesellschaft, würde dies allerdings die totale Katastrophe bedeuten, müssten doch in Zukunft Vakanzen im Management mit Schweizern besetzt werden und was Schweizer Airlinemanager bedeuten mussten wir in der Vergangenheit bereits mehrmals schmerzlich erfahren…

 

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4 Antworten to “Israel und Deutsche”

  1. nff Says:

    🙂

    HÄTTE ich das Sagen, ich WÜRDE Skypointer als Global Operation Director ernennen – kurz G.O.D.

  2. skypointer Says:

    Na wir wollen ja nicht übertreiben. G.O.D. Stellvertreter würde mir reichen…

  3. G! Says:

    ICH war auch in TLV (und durfte sogar aussteigen…allerdings ohne roten Teppich, der wahr wohl mit dem Papst in Jerusalem oder so.). 🙂

    Tja, da wären mir die Schweine – sogar mit Pfnüsel – lieber als gewisse Schweizer Airline Manager…

    Gruess, G.U.Y. (was das ausgeschrieben für einen wichtigen Titel ergibt, muss ich mir noch ausdenken)

  4. Flo Says:

    …mal ganz abgesehen davon, dass ihr eure Cockpit-Arbeitsplätze nicht einmal selbst zur Genüge auffüllen könntet 😉

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