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Jubiläum

3. April 2009

Zur Zeit wird, von der Öffentlichkeit allerdings fast unbemerkt, wieder einmal ein grosser runder Geburtstag begangen: 400 Jahre seit der Erfindung des Teleskops. Dafür wurde das Jahr 2009 von der UNO und der Internationalen Astronomischen Union IAU eigens zum internationalen Jahr der Astronomie erklärt und vom 2. bis 5. April werden, als einer der Hauptanlässe dieses Jubiläumsjahres, die 100 Stunden der Astronomie begangen. Am 4. April soll dann eine globale Star Party steigen, an der Hobbyastronomen aus der ganzen Welt der breiten Öffentlichkeit einen Blick in den Sternenhimmel ermöglichen sollen.

 

Natürlich wollte auch ich, abhängig von Petrus’ und Einsatzplans Gnaden, mit meinen beiden bescheidenen Teleskopen, meinen noch bescheideneren Beitrag zur Erleuchtung meines Umfeldes leisten. Während nun Petrus einigermassen mitzuspielen scheint, hat die Einsatzplanung beschlossen den Ball an die Crew Dispo weiter zu spielen, indem sie mir im April meinen Bereitschaftsmonat zugeteilt hat. Deshalb sitze ich nun zu  Hause und warte ab, ob ich nun morgen Abend die Gelegenheit erhalte meine Teleskope gegen den Himmel zu richten oder ob ich selbst in diesen aufsteigen muss. Aviatik gegen Astronomie sozusagen…

 

Bis eine Entscheidung gefallen ist, habe ich etwas Zeit über die Gemeinsamkeiten von Astronomie und Fliegerei zu sinnieren:

 

Die Geschichte der motorisierten Fliegerei begann vor gut 100 Jahren und ist mit tragischen Schicksalen und Widersprüchen, wer zuerst was erreicht hat, gepflastert. Heute gelten die Brüder Wright, wenn auch nicht völlig unumstritten, als Väter des ersten motorisierten Fluges.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Brüder_Wright

 

Obwohl bei modernen Jets auf den ersten Blick nicht mehr viel an die Flugmaschinen der Pionierzeit erinnert, ist das Grundprinzip das gleiche geblieben. Gewölbte Flügel sorgen für Auftrieb und ein Propeller, heute zwar turbinengetrieben und in einer Röhre versteckt, bewerkstelligen den Vortrieb. Während enorme Fortschritte in Materialtechnik und Ingenieurskunst zu ungeahntem Gigantismus geführt haben, ist die Physik nach wie vor unverändert.

 

 

 

Ganz ähnlich ist die Geschichte der Astronomie verlaufen. Auch die Astronomie verfügt über unzählige Pioniere mit zum Teil tragischen Schicksalen, denen der verdiente Platz in der Geschichte verwehrt blieb. Mit Galileo Galilei existiert zudem ein Held, der es mit den Urheberrechten nicht immer besonders genau nahm. Da die Teleskop-Astronomie mittlerweile schon 300 Jahre älter ist als der Motorflug, blieb dem Volksmund auch mehr Zeit die unbestrittenen Leistungen Galileis zu verklären und über seine Fehler hinwegzusehen. Ich frage mich ob im Jahr 2303 die Leute denken die Wright Brüder hätten bei der Konstruktion des A380 mitgeholfen… 😉

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_Galilei

 

Natürlich ist auch die Physik der Astronomie die selbe geblieben und natürlich hat in den letzten 400 Jahren die Technik hier noch grössere Fortschritte gemacht, wie die Bilder von Galileis Teleskop und dem VLT in La Silla zeigen.

 

 

 

Selbst meine amateurhafte Photonenkanone liefert heute Bilder, von denen Galilei nicht einmal zu träumen gewagt hat. Deshalb empfehle ich allen in den nächsten Tagen mal durch ein Teleskop zu blicken. Der Möglichkeiten gibt es viele, sei es bei einer öffentlichen Sternwarte oder bei einem Bekannten, der ein Teleskop besitzt.

 

  

 

Bei mir geht es leider nicht, denn ich habe soeben erfahren, dass ich heute noch nach Johannesburg fliege… Clear skies!

 

 

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