Im Geschwindigkeitsrausch

Ein kurzes Meteo Briefing, danach einige Materialchecks und schon geht es los! Zwar verlieren wir in der Warteschlange vor dem Start etwas Zeit, dafür werden wir während des Climbs mit einer traumhaften Aussicht auf die frisch verschneiten Schweizer Alpen belohnt.

 

Am Top of Climb angekommen, wird mir erst so richtig bewusst, dass ich heute ohne funktionierendes Aircraft Data Acquisition System (ADAS) unterwegs bin. Big Brother schaut also heute ausnahmsweise einmal nicht zu! Es werden keine Limiten überwacht und falls ich welche überschreite, so werde ich mich, solange ich keinen Crash verursache, dafür auch nicht rechtfertigen müssen. Ich kann also Tempo bolzen so viel ich will und beschliesse dies im bevorstehenden Descent voll auszunutzen.

 

Am Top of Descent steche ich zuerst einmal an um Speed aufzubauen, bevor ich eine erste Kurve einleite. Die Limite von 30° Querlage interessiert mich heute nicht und bei etwa 60° Bank angekommen, spüre ich, wie die zweifache Erdbeschleunigung an meinen Gliedern zieht – ein geniales, wenn auch recht anstrengendes Gefühl.

 

Ich leite die Kurve aus und lege gleich mit ebensoviel Querlage auf die andere Seite ein, als ich plötzlich recht starke Vibrationen spüre. High speed stall? Erste Anzeichen von einem Strömungsabriss? Nein unmöglich! Es sind normale Turbulenzen und so geht der rasante Descent weiter. Linkskurve folgt auf Rechtskurve und dann wieder eine Linkskurve. Das Ganze natürlich immer voll am technischen Limit!

 

Schon ist es Zeit auf den Final einzudrehen. Durch die hohe Geschwindigkeit überschiesse ich ein Wenig und schaffe es mit voller Konzentration gerade noch die nötige Korrektur anzubringen. Kurz darauf bemerke ich, wie sich auf der Querpiste ein Traffic nähert. Ein abschätzen der Vektoren bestätigt meinen Verdacht, dass wir uns auf Kollisionskurs befinden, doch dank meinem sofortigen Ausweichmanöver passiere ich das Pistenkreuz hinter dem conflicting Traffic, der mich wohl nicht einmal bemerkt hat.

 

Unten bei der Gondelbahn angekommen, ziehe ich meine Carvingskis ab und beschliesse, dass ich mir vor der nächsten Abfahrt einen Kaffe Schnaps gönnen…

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Eine Antwort to “Im Geschwindigkeitsrausch”

  1. nff Says:

    Genial! Klingt wie Skaten!

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